Die Geschichte des Mopses ist untrennbar mit der menschlichen Vorliebe für Extreme verbunden. Wo einst ein kompakter, aber funktionaler Beglethund stand, hat die moderne Zucht im 20. und frühen 21. Jahrhundert oft einen Hund hervorgerufen, der mehr ein lebendes Statuenobjekt als ein vitales Lebewesen zu sein scheint. Doch eine klare und wachsende Bewegung in der deutschen Hundezucht hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklung zu korrigieren. Nicht durch Ablehnung der Rasse, sondern durch eine bewusste, wissenschaftlich fundierte Rückkehr zu ihren Wurzeln. Die Zucht des Retromopses, auch oft als altdeutscher Mops bezeichnet, repräsentiert keinen neuen Trend, sondern eine Rückbesinnung auf die ursprünglichen Merkmale der Rasse, wie sie um das Jahr 1900 noch existierten. Dieser Artikel beleuchtet intensiv die Methodik, die Ziele, die ethischen Grundlagen und die praktischen Aspekte dieser speziellen Zuchtrichtung, wobei der Fokus auf der Arbeit der Züchtergemeinschaft für den Retromops und den einzelnen Züchter liegt, die an vorderster Front dieser vitalen Bewegung stehen.
Historischer Kontext und die Notwendigkeit der Rückzüchtung
Um den Retromops zu verstehen, muss man zunächst den Standardmops seiner Zeit betrachten. Der ursprüngliche Mops, der um das Jahr 1900 existierte, wies Merkmale auf, die heute in der konventionellen Zucht oft als untypisch oder sogar als Fehler angesehen werden könnten, aber in Wirklichkeit die Grundlage für Gesundheit und Longevität bildeten. Dieser historische Mops war hochbeinig, besaß einen kleinen, aber funktionstüchtigen Fang und einen proportionalen Körperbau. Er war sportlich und gesund. Diese Attribute ermöglichten es dem Hund, eine normale Lebensweise zu führen, ohne chronische Atemnot oder orthopädische Probleme zu erleiden.
Im Gegensatz dazu hat die konventionelle Zucht des letzten Jahrhunderts den Mops zunehmend in eine Form gedrückt, die die Atmung und die körperliche Bewegung massiv einschränkt. Flache Nasen, vollständig zerknautschte Gesichter und extrem verkürzte Körper haben zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen geführt, die unter dem Begriff des Brachyzephalen Atemnot Syndroms zusammengefasst werden. Diese Veränderungen sind nicht nur ästhetischer Natur, sondern stellen eine direkte Gefahr für die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Tiere dar.
Die Idee der Rückzüchtung, also der gezielten Zucht hin zum alten Mopsbild, ist daher keine Modeerscheinung, sondern eine Notwendigkeit. Sie zielt darauf ab, den Menschen wieder mit gesunden und sportlichen Möpsen zu versorgen, die dennoch den charakterlichen Kern der Rasse bewahren. Es geht darum, den Mops als solchen glücklich zu machen – nicht als leidendes Objekt, sondern als aktiven, fröhlichen Begleiter. Die Züchter, die sich dieser Aufgabe stellen, sehen ihre Arbeit als Korrektur einer historischen Fehlleitung. Sie wollen weg von den platten Nasen und hin zu Hunden, die von ihrem Wesen her Mops bleiben, aber physiologisch in der Lage sind, ein fittes und agiles Leben zu führen.
Die Züchtergemeinschaft für den Retromops: Wissenschaftlicher Ansatz und Struktur
Eine zentrale Säule dieser Bewegung ist die Züchtergemeinschaft für den Retromops. Diese Organisation gilt als die erste und einzige Spezialgemeinschaft weltweit, die sich ausschließlich der Zucht des Retromopses widmet. Was diese Gemeinschaft besonders auszeichnet, ist ihr strikt wissenschaftlicher Ansatz. Sie arbeitet nicht nach willkürlichen ästhetischen Vorlieben, sondern basiert auf Erkenntnissen der Populationsgenetik.
Die Methode der Wahl ist die gezielte Einzucht genau definierter Fremdrassen. Dieser Schritt ist kontrovers, aber unverzichtbar. Durch die Einführung von Fremdgenen soll die genetische Variabilität erhöht und gleichzeitig die schädlichen Allele, die für die Extreme der Brachyzephalie verantwortlich sind, verdünnt oder eliminiert werden. Ziel ist es, einen Hund zurückzuzüchten, der dem Bild des historischen Mopses entspricht. Dieser Prozess erfordert eine immense Disziplin und ein tiefes Verständnis der Genetik, um sicherzustellen, dass die rassetypischen Merkmale nicht verloren gehen, während gleichzeitig die gesundheitlichen Nachteile beseitigt werden.
Birgit Schröder, die Zuchtleitung der ZG Retromops, spielt in diesem Kontext eine herausragende Rolle. Sie wird von Experten wie Prof. Dr. Achim Gruber als Beispiel dafür genannt, wie Zucht auf richtigen Pfaden vorangehen kann. In seinem Buch über Rassezucht und ihre Probleme sowie in Auftritten im Podcast „tierisch menschlich“ mit Martin Rütter wird die Züchtergemeinschaft namentlich gewürdigt. Diese externe Validierung durch führende Vetreter der Tiermedizin und Ethik unterstreicht die Seriosität und die Dringlichkeit des Ansatzes. Die Arbeit der ZG Retromops wird als unumgänglich betrachtet, da die reinen Rassezuchtmethoden innerhalb des aktuellen Genpools nicht ausreichen, um die gesundheitlichen Defizite zu beheben, ohne dabei die Rasseidentität komplett zu verlieren.
Zuchtziele: Vitalität, Wesen und Optik im Gleichgewicht
Das erklärte Zuchtziel der Retromops-Züchter ist komplex und multifaktoriell. Es geht nicht nur um die Länge der Nase, sondern um ein ganzheitliches Bild von Gesundheit und Rassetypus. Ein gesunder, vitaler und wesensfester Mopshund soll gezüchtet werden, der alle positiven Attribute des Standardmopses besitzt, jedoch frei von Qualzuchtmerkmalen ist.
Die optischen und charakterlichen Besonderheiten, die beibehalten werden sollen, sind spezifisch definiert. Dazu gehören:
- Eine hohe Reizschwelle, die den Mops zu einem ausgeglichenen und stressresistenten Begleiter macht.
- Menschenfreundlichkeit, die ihn zum idealen Familienhund qualifiziert.
- Fehlende Jagdpassion, was die Haltung in städtischen und ländlichen Gebieten gleichermaßen erleichtert.
- Die rassetypische Maske, die das Gesicht des Mopses charakteristisch prägt.
- Die Posthornrute, eine klassische Zierde der Rasse.
- Eine kräftige Gestalt, die Stabilität und Kraft suggeriert.
Zusätzlich wird ein besonderes Augenmerk auf viel Pigment gelegt. Dunkle Pigmentierung, insbesondere um Nase, Augen und Lefzen, ist nicht nur ein ästhetisches Kriterium, sondern korreliert oft mit einer besseren Hautgesundheit und einem geringeren Risiko für Hauterkrankungen.
Besonders wichtig ist das Konzept der Nase. Es geht nicht um eine extrem lange, fremdrassentypische Nase, sondern um eine Nase, die genug Luft durchlässt. Große, offene Nasenlöcher sind das Ziel, um das Brachyzephele Atemnot Syndrom zu verhindern oder zu minimieren. Der Retromops soll auch von vorne noch als Mops erkennbar sein, aber mit einem proportionalen Körperbau und längeren Beinen. Ein Beispiel hierfür ist Aristoteles vom Bödemchen, ein Rüde aus einem Wurf, der als perfektes Beispiel eines gelungenen Retromopses gilt. Er hat eine wunderschöne, lange Nase, ist agil und fit, behält aber die typische Mops-Ästhetik bei.
Zuchtleitlinien und Selektionskriterien
Die Planung jeder Verpaarung bei der Retromops-Zucht ist ein sorgfältiger Prozess. Da mit Fremdblut gearbeitet wird, ist die Analyse von Vor- und Nachteilen jeder Kombination von besonderer Wichtigkeit. Es geht darum, die gewünschten Gene für Gesundheit und Rassetypus zu fixieren, während unerwünschte Gene eliminiert werden.
Die Züchter betreiben eine kleine Liebhaberzucht, was bedeutet, dass Qualität vor Quantität geht. Oft werden nur ein bis zwei Würfe pro Jahr geplant. Diese Restriktion ermöglicht eine intensive Betreuung der Hündinnen und der Welpen. Vor jeder Verpaarung werden die Stammbäume und die gesundheitlichen Daten der Elterntiere detailliert überprüft.
Die Überprüfung umfasst mehrere Ebenen:
- Gentests auf erbliche Erkrankungen.
- Röntgenbilder zur Überprüfung der Gelenke und Wirbelsäule.
- Der BOAS-Test (Brachycephalic Obstructive Airway Syndrome Assessment), der den Grad der Atemwegsobstruktion misst und dokumentiert.
Nur Hunde, die in allen diesen Bereichen einwandfreie Ergebnisse vorweisen können, kommen für die Zucht infrage. Dies stellt sicher, dass der Trend zur Gesundheit fortgesetzt und verstärkt wird.
Fallstudie: Die Zucht „vom Bödemchen“
Ein konkretes Beispiel für diese Philosophie ist die Retromopszucht „vom Bödemchen“. Hier wird der Weg in die Zukunft explizit über die Nase definiert. Die Züchter betonen, dass eine lange Nase und große, offene Nasenlöcher der Schlüssel zu einem fitten, agilen Leben sind.
Die aktuelle Zuchthündin Ella wird als Vorzeigetier dieser Zuchtlinie beschrieben. Sie hat eine tolle Nase, schöne Nasenlöcher und ist top fit und agil. Sie wird als eine richtige Schönheit bezeichnet, die das ideale Bild des Retromopses verkörpert. Neben ihr steht Lucy, die Ende September 2024 in die Familie eingezogen ist. Lucy soll in Zukunft die Zucht ergänzen, wobei dies mit viel Geduld und nach Thoroughfester Prüfung geschehen wird.
Die Zucht „vom Bödemchen“ dokumentiert die Entwicklung der Welpen intensiv. Die Aufnahmen zeigen, wie die Welpen wachsen, wie sich die Augen und Ohren öffnen und wie sie ihre ersten wackligen Schritte tun. Diese Transparenz dient der Aufklärung und der Demonstration des Zuchtfortschritts.
Die Welpen der Zucht „vom Bödemchen“ tragen Namen, die oft mit Charakteristika oder historischen Bezügen spielen. Beispielsweise gibt es Welpen wie Blue, Caramel und Béla. Diese Welpen repräsentieren die Hoffnung auf eine gesündere Zukunft für die Rasse. Der A-Wurf, aus dem Aristoteles stammt, wird als besonderer Erfolg gewertet, da er die Balance zwischen historischem Äußeren und moderner Gesundheit perfekt trifft.
Fallstudie: Die Zucht bei Retromops.org
Eine weitere bedeutende Zuchtstätte ist diejenige, die unter retromops.org vertreten ist. Hier wird seit 2008 in der Züchtergemeinschaft für den Retromops gezüchtet. Die Züchterin, die von 2010 bis heute als Zuchtwartin tätig war und zwischen 2015 und 2023 das Zuchtbuch führte, betreibt eine kleine Liebhaberzucht mit ein bis zwei Würfen im Jahr.
Ein besonderes Highlight dieser Zucht war die Geburt der ersten Welpen in der seltenen Farbe Schokoplatinum im Jahr 2017. Dies gelang durch den Einsatz des Deckrüden Malte (Xeris vom Vogelsang). Die Schokofarbe, insbesondere in Kombination mit Platin (einer helleren Tönung), ist im Mops selten und wird oft geschätzt, da sie die Pigmentierung und die Hautoberfläche betonen kann.
Ende 2020 konnte diese Zuchtstätte zudem den ersten Wurf in der Farbe Black and Tan begrüßen. Die Hündin Rita gebar mit dem Rüden Donn von Weißenthurm zauberhafte Welpen in dieser klassischen, aber seltenen Farbvariante. Diese Vielfalt der Farben zeigt, dass die Rückzüchtung nicht nur auf die Nase beschränkt ist, sondern auch die genetische Vielfalt der ursprünglichen Rasse wiederherstellen möchte.
Die Zuchtstätte betreibt auch Aufklärungsarbeit. Es werden Beiträge zum Brachyzephalen Atemnot Syndrom veröffentlicht und das Wesen der Retromöpse erklärt. Oft wird dabei mit einem Augenzwinkern gearbeitet, um die严肃e Thematik der Gesundheit mit der typischen Mops-Liebe zu verbinden. Auch in Medienberichten, wie der Reportage „Das große Versagen: Qualzucht von Hunden“, wurden Hunde dieser Zucht vor der Kamera gezeigt, um die Kontraste zwischen konventioneller und rückzuchtbasierter Zucht zu veranschaulichen.
Welterwartungen und aktuelle Zuchtpläne
Die Nachfrage nach Retromops-Welpen ist hoch, was die Züchter vor die Herausforderung stellt, die Welpen an die richtigen Besitzer abzugeben. Es wird betont, dass ein Hund eine lebenslange Verpflichtung ist. Ein Zitat von Picasso wird oft zitiert, um die bedingungslose Liebe des Hundes hervorzuheben: „Hunde kommen in unser Leben, um zu bleiben... Ein Hund entscheidet sich einmal für den Rest seines Lebens.“
Aktuelle Pläne für die Welpenabgabe variieren je nach Züchter. Bei der Zucht „vom Raershof“ (altdeutsche-moepse.de) werden für Ende Oktober/Anfang November 2025 Welpen aus bewährten Verpaarungen erwartet. Bekannte Linien wie Hazel & Loriot, Tilda & Loriot und Frieda & Guinness sind bereits gedeckt. Interessenten werden aufgefordert, sich für die Warteliste zu melden und die Abgabe- und Info-Seiten sorgfältig zu lesen, bevor sie Kontakt aufnehmen. Dies unterstreicht die Seriosität und die selektive Abgabe der Welpen.
Die Rolle der Medien und der öffentlichen Wahrnehmung
Die Arbeit der Retromops-Züchter hat zunehmend Aufmerksamkeit in den Medien gefunden. Im Juli 2024 veröffentlichte „Der Stern“ einen Artikel über die Zucht, was die gesellschaftliche Relevanz des Themas unterstreicht. Auch Podcasts und Fachbücher befassen sich mit der Problematik der Rassezucht und loben die Ansätze der Züchtergemeinschaft.
Diese mediale Präsenz dient nicht nur der Promotion, sondern vor allem der Bildung. Viele Menschen sind sich der gesundheitlichen Probleme des Standardmopses nicht bewusst oder betrachten sie als normale Eigenschaften der Rasse. Die Aufklärung ist daher ein zentraler Bestandteil der Züchterarbeit. Durch Blogs, Fotoserien und Interviews wird die Öffentlichkeit darüber informiert, was ein gesunder Mops ausmacht und warum die Rückzüchtung notwendig ist.
Tabelle: Vergleich konventioneller Mops vs. Retromops
Um die Unterschiede klar herauszustellen, lohnt sich ein direkter Vergleich der Merkmale.
| Merkmal | Konventioneller Standardmops | Retromops / Altdeutscher Mops |
|---|---|---|
| Nasenlänge | Extrem kurz, flach, oft unter dem Niveau der Augen | Moderat, funktional, allows for breathing |
| Nasenlöcher | Oft verengt, starr, eingeschränkter Luftfluss | Groß, offen, elastisch, freier Luftfluss |
| Körperbau | Kompakt, extrem kurzbeinig, schwerfällig | Proportional, hochbeiniger, agil, sportlich |
| Gesichtsfalten | Extrem tief, oft problematisch für Hautgesundheit | Moderat, typische Maske, weniger Hautfalten |
| Gesundheit | Hohes Risiko für BOAS, Hitzschlag, Augenerkrankungen | Geringeres Risiko für BOAS, bessere Thermoregulation |
| Wesen | Oft lethargisch aufgrund von Atemnot | Aktiv, fröhlich, hoher Reizschwellwert |
| Zuchtziel | Extremes Äußeres gemäß alter Standardinterpretation | Gesundheit, Vitalität, Rassetypus, Langlebigkeit |
| Zuchtmethode | Reine Rassezucht (oft in geschlossenen Linien) | Gezielte Fremdeinbringung (Rückzüchtung) |
Welpenaufzucht und Sozialisierung
Die Aufzucht der Retromops-Welpen unterscheidet sich in der Intensität und den Schwerpunkten von der konventionellen Aufzucht. Da die Welpen aktiver sind und mehr Auslauf benötigen, wird großer Wert auf eine artgerechte Umgebung gelegt.
Die Zuchtstätten verfügen oft über spezielle Einrichtungen:
- Terrassenspielplatz: Ermöglicht kontrollierte Kontakte zur Außenwelt und zur Natur.
- Allwetterspielplatz: Sorgt dafür, dass die Welpen auch bei schlechtem Wetter aktiv sein und sich bewegen können.
Die Welpen werden nicht nur im Haus gehalten, sondern lernen früh, mit verschiedenen Bodenbeschaffenheiten, Gerüchen und Geräuschen umzugehen. Diese Sozialisierung ist entscheidend, um die hohe Reizschwelle und die Anpassungsfähigkeit der Retromöpse zu fördern.
Die Dokumentation des Wachstums ist ein wichtiger Teil der Züchterarbeit. Fotos zeigen die Entwicklung von den ersten Tagen, in denen die Augen noch geschlossen sind, bis hin zu den ersten wackligen Schritten und dem späteren Spieltrieb. Diese Transparenz gibt den zukünftigen Besitzern einen Eindruck davon, was sie erwarten können.
Ethische Implikationen und Verantwortung
Die Zucht des Retromopses ist auch eine ethische Frage. Es geht um die Verantwortung gegenüber dem Tier und der Rasse. Die konventionelle Zucht hat den Mops an den Rand des Aussterbens als gesunde Rasse gebracht. Die Rückzüchtung ist ein Versuch, diesen Fehler zu korrigieren.
Die Züchter sehen sich als Hüter des Rasseerbes, nicht nur im genetischen Sinne, sondern auch im charakterlichen. Sie wollen sicherstellen, dass der Mops als Rasse überleben kann, indem sie ihn gesund machen. Dies erfordert Mut, da es bedeutet, sich von etablierten Standards und Traditionen zu lösen.
Die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und die Einhaltung strenger Zuchtkriterien sind dabei unverzichtbar. Es geht nicht um improvisierte Versuche, sondern um eine methodische, dokumentierte und überprüfbare Arbeit.
Fazit: Eine neue Ära für den Mops
Die Zucht des Retromopses markiert eine Wende in der Geschichte der Rasse. Sie ist ein Beleg dafür, dass Zucht nicht nur der Reproduktion von Äußerlichkeiten dient, sondern auch der Verbesserung der Lebensqualität der Tiere. Durch die gezielte Rückkehr zu historischen Merkmalen, kombiniert mit moderner Genetik und Wissenschaft, entsteht ein Hund, der das Beste aus beiden Welten vereint.
Er ist Mops im Wesen und im Grundtypus, aber er ist gesund, agil und langlebig. Die Züchtergemeinschaft für den Retromops und die einzelnen Züchter wie die Zucht „vom Bödemchen“ und die Zucht bei Retromops.org zeigen, dass dieser Weg möglich und erfolgreich ist. Die mediale Aufmerksamkeit und die wissenschaftliche Unterstützung bestärken diese Richtung.
Für potenzielle Besitzer bedeutet dies eine neue Chance, einen Mops zu besitzen, der nicht nur als Deko dient, sondern als aktiver, fröhlicher und gesunder Lebenspartner. Die Wartezeiten auf Welpen sind lang, die Anforderungen an die Züchter hoch, aber das Ergebnis rechtfertigt den Aufwand. Der Retromops ist nicht nur ein Hund, er ist ein Statement gegen Qualzucht und ein Bekenntnis zu artgerechter Haltung.
Die Zukunft des Mops liegt in der Hand dieser Rückzüchter. Sie haben den Weg gewiesen, wie eine Rasse gerettet werden kann, indem man nicht nach vorne, sondern zurück schaut – zurück zu den Wurzeln, wo Gesundheit und Typus noch eins waren. Es ist ein Prozess, der Zeit, Geduld und wissenschaftliche Präzision erfordert, aber die Ergebnisse sprechen für sich. Mit Hunden wie Ella, Aristoteles und den vielen anderen Welpen, die in diese Richtung gezüchtet werden, hat der Retromops bereits jetzt eine solide Basis für eine gesündere Zukunft der Rasse gelegt.