Der Havaneser, auch bekannt als Bichon Havanaise oder Bichón Habanero, ist eine einzigartige Hunderasse, die eine lange Geschichte und einen unverwechselbaren Charakter verbindet. Als kleiner, kräftiger Hund mit niederläufiger Statur ist er ein idealer Wohnungshund, der durch seine sympathische und fröhliche Natur besticht. Seine Ursprünge liegen in Kuba, wo er als Begleithund und Gesellschaftshund geschätzt wurde. Heute gilt er in Europa, insbesondere in den nordischen Ländern, als seltenes und geschätztes Mitglied einer Familie. Seine Fähigkeit, sich perfekt an verschiedene Lebenssituationen anzupassen, macht ihn sowohl für alleinstehende Senioren als auch für Familien mit Kindern attraktiv.
Die Rasse zeichnet sich durch ein langes, seidiges Fell aus, das in verschiedenen Farbschattierungen vorkommt, wobei reinweiß selten ist. Typische Farben sind sandfarben, falbfarben, havannabraun, tabakfarben, rötlichbraun, schwarz sowie Kombinationen dieser Töne. Auch Flecken und Brandmarkierungen sind zulässig. Das Fell ist ein zentrales Merkmal der Rasse: es ist lang (12 bis 18 cm), weich, glatt und kann leichte Wellen aufweisen. Eine Besonderheit ist die schwach entwickelte oder fehlende Unterwolle. Die Augen des Havanesers sind braun und so dunkel gefärbt wie möglich, was ihm einen intelligenten und neugierigen Ausdruck verleiht.
Charakterlich ist der Havaneser ein überaus anhänglicher Begleithund, der als richtiger „Hanswurst" gilt. Seine freundliche Überschwänglichkeit ist ansteckend. Er liebt Kinder und kann stundenlang spielen, ohne müde zu werden. Er ist ein angenehmer Gefährte für die ganze Familie, der fügsam ist, weil er seinem Besitzer eine Freude bereiten will. Trotz seiner kleinen Größe besitzt er einen lebhaften Charakter und ist leicht erziehbar, wobei er auch als Wachhund fungieren kann, da er leicht zum alarmierenden Verhalten erzogen werden kann. Sein Gangwerk ist leichtfüßig und elastisch, wobei die Vorderläufe gerade nach vorne und die Hinterläufe den nötigen Schub geben.
In Bezug auf die Zucht gibt es in Deutschland spezifische Züchter, die sich auf diese Rasse spezialisiert haben. Ein Beispiel ist Diana Schädel aus Neu-Anspach, deren Zwingername „de los banditos pequeños" lautet. Dies zeigt die internationale Verankerung der Rasse, da der Name auf spanisch für „kleine Banditen" steht und die kubanischen Wurzeln betont. Ein weiterer interessanter Aspekt ist die russische Fluglinie Aeroflot, die eine eigene Spürhundrasse namens Shalaika registriert hat, was die Vielseitigkeit und die Anpassungsfähigkeit von Bichon-Verwandten unterstreicht.
Rassestandard und physische Merkmale
Der offizielle Rassestandard des Havanesers ist bei der FCI (Fédération Cynologique Internationale) unter der Nummer 250 registriert. Er gehört zur Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde) und zur Sektion 1 (Bichons und verwandte Rassen). Die Rasse wurde endgültig anerkannt, wobei der gültige Standard am 31. Oktober 2016 veröffentlicht wurde. Die offizielle Originalsprache des Standards ist Französisch, und das Ursprungsland ist Kuba.
Die physischen Proportionen des Havanesers sind genau definiert. Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe im Verhältnis von 4:3. Die Widerristhöhe liegt zwischen 23 und 27 cm, mit einer Toleranz von 21 bis 29 cm. Das Gewicht variiert zwischen 3,5 und 6 kg, wobei Männchen tendenziell etwas größer sind als Weibchen, was jedoch keinen Einfluss auf die charmante Erscheinung hat. Der Kopf ist mittelgroß mit einer leicht konvexen Stirn, die dem Hund einen sanften Ausdruck verleiht. Besonderen Wert hat der breite Mund mit einer leicht aufgeworfenen Oberlippe, der dem Hund ein harmonisches und freundliches Gesamtbild gibt.
Besonders markant sind die großen, dunklen, mandelförmigen Augen, die vorzugsweise dunkel umrandet sind. Sie strahlen Intelligenz und Neugier aus und ziehen alle Blicke auf sich. Die Ohren sind lang und hängend, mit weichem, langem Fell bedeckt. Diese beweglichen Ohren sind ein wichtiger Teil der ausdrucksstarken Mimik des Hundes, müssen jedoch regelmäßig gepflegt werden, um Verfilzungen oder Infektionen zu vermeiden. Die Rute wird hoch getragen, entweder als Krummstab oder über dem Rücken gerollt, mit einer langen und seidigen Befederung, die für ein elegantes und anmutiges Erscheinungsbild sorgt.
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Widerristhöhe | 23–27 cm (Toleranz: 21–29 cm) |
| Gewicht | 3–6 kg |
| Felllänge | 12–18 cm |
| Fellfarbe | Weiß, Havanna-Braun, Tabakfarben, Rötlichbraun, Schwarz, Kombinationen |
| Augenfarbe | Braun, so dunkel wie möglich |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
Charakter und Verhalten im Alltag
Der Charakter des Havanesers ist ein zentraler Aspekt, der ihn von anderen Hunderassen unterscheidet. Er ist fröhlich, charmant, verspielt, kinderlieb und zeigt einen lebhaften Charakter. Seine freundliche Überschwänglichkeit ist ansteckend, was ihn zu einem idealen Begleiter für aktive Familien macht. Er passt sich seiner Familie an und zieht sich zurück, wenn keine Zeit für ihn da ist. Wenn man nicht täglich mehrmals mit ihm spazieren gehen kann, genügt ihm zwischendurch auch ein Garten zum Toben.
Sein ausgeprägter Hang zur Anhänglichkeit und sein Wunsch, seinem Besitzer eine Freude zu bereiten, machen ihn fügsam und leicht erziehbar. Er ist kein aggressiver Hund, aber er besitzt ein gewisses Maß an Wachsamkeit. Er eignet sich auch als Wachhund, da er leicht zum alarmierenden Verhalten erzogen werden kann. Seine Intelligenz und Neugier machen ihn lernfähig, während sein spielerischer Charakter ihn zu einem ständigen Gefährten für Kinder macht.
Interessanterweise passt sich der Havaneser auch alleninstehenden Senioren an, ist aber in einer ganzen Familie, in der er im Mittelpunkt stehen kann, besonders glücklich. Sein Auslaufbedürfnis ist als mittel einzustufen. Er ist ein reiner Gesellschafts- und Begleithund, der keine speziellen Arbeitsprüfungen erfordert, aber Sportarten wie Dogdancing und Trickdogging hervorragend beherrscht.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Kameradschaftlich | Sehr hoch entwickelt, sucht ständige Gesellschaft |
| Kinderfreundlich | Ja, liebt Kinder und spielt stundenlang |
| Wachhund-Eignung | Ja, leicht erziehbar zum Alarmieren |
| Sabber-Potential | Gering |
| Stärke des Haarens | Eher gering |
| Sozialität | Ja, gut mit anderen Hunden und Menschen |
Pflege und Fellpflege
Die Pflege des Havanesers ist ein wichtiger Aspekt, der oft unterschätzt wird. Sein langes, weiches und glattes Fell benötigt regelmäßige Aufmerksamkeit. Jegliche Trimmung oder Ausgleich der Haarlänge mit der Schere ist verboten, mit Ausnahme der Säuberung der Pfotenhaare und leichter Kürzung der Haare im Gesicht, um die Augen freizuhalten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer professionellen Fellpflege, um die natürliche Schönheit des Fells zu erhalten.
Die Unterwolle des Havanesers ist nur schwach entwickelt oder völlig abwesend, was die Pflege vereinfacht, aber das Deckhaar (12 bis 18 cm lang) muss täglich gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Die Ohren bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, da sie lang und hängend sind und leicht zu Infektionen neigen. Regelmäßige Reinigung ist entscheidend. Die Pfoten müssen gesäubert werden, damit das Haar die Pfoten nicht beeinträchtigt.
Das Fell schützt den Hund nicht nur vor Hitze, sondern gibt ihm auch sein charakteristisches, glänzendes und gepflegtes Aussehen. Es ist ein zentrales Merkmal der Rasse, das sorgfältige Pflege erfordert. Die Pflegeintensität wird als hoch eingestuft, was für potentielle Besitzer ein wichtiger Faktor ist.
Zucht, Kauf und Gesundheit
Für alle, die einen Havaneser Welpen erwägen, ist die Wahl eines seriösen Züchters von höchster Bedeutung. In Deutschland gibt es spezialisierte Züchter wie Diana Schädel aus Neu-Anspach (Zwingername: de los banditos pequeños), die sich auf diese Rasse konzentrieren. Der Kaufpreis für einen Havaneser liegt zwischen 1150€ und 2500€. Dies spiegelt die Seltenheit und den hohen Aufzuchtsaufwand wider.
Die Lebenserwartung der Rasse liegt zwischen 13 und 15 Jahren, was auf eine robuste Gesundheit hindeutet, vorausgesetzt, dass die Zuchthunde klinisch gesund sind und rassetypische Merkmale aufweisen. Schwere Fehler im Rassestandard umfassen ein atypisches Erscheinungsbild, falsche Proportionen und untypisches Fell. Disqualifizierende Fehler sind Aggressivität, extreme Ängstlichkeit, deutliche physische Abnormalitäten sowie Über- oder Untergröße.
Bei der Zucht sollten nur klinisch gesunde Hunde mit rassetypischen Merkmalen verwendet werden. Dies sichert die Qualität und den langfristigen Erfolg der Rasse. Der Havaneser ist eine seltene Rasse in Europa, wobei vor allem in den nordischen Ländern gute Exemplare zu finden sind. Die Vorfahren dieser Hunde sind vermutlich auch die Vorfahren der Malteser und der Bichon Frisé, was die enge Verwandtschaft innerhalb der Bichon-Familie zeigt.
Lebensqualität und Integration in das menschliche Umfeld
Der Havaneser passt sich perfekt in das moderne Leben ein. Er ist ideal für Wohnungen geeignet, da er nicht bellt (obwohl er als Wachhund fungieren kann, ist das Bellen eher selten im Vergleich zu anderen Rassen). Er braucht keinen großen Garten, doch ein Garten zum Toben ist eine willkommene Option. Seine Anpassungsfähigkeit macht ihn zu einem idealen Begleiter für alleinstehende Senioren, doch er ist noch glücklicher in einer ganzen Familie, in der er im Mittelpunkt stehen kann.
Die soziale Komponente ist entscheidend. Der Hund ist sozial und gut mit anderen Hunden und Menschen auszukommen. Er ist ein Kameradschaftlicher, ansprechender, intelligenter, spielerischer und sanfter Begleiter. Sein Charakter ist so einzigartig, dass er als „Hanswurst" bezeichnet wird – ein Hund, der nicht nur den Alltag bereichert, sondern auch als Sportpartner für Aktivitäten wie Dogdancing und Trickdogging dient.
Ein wichtiger Aspekt ist die Herkunft. Der Name „Havaneser" verweist auf Havanna, Kuba. Der internationale Name ist Bichon Havanaise, was die enge Verwandtschaft zu den Bichons verdeutlicht. Die Vorfahren sind vermutlich auch die Vorfahren der Malteser und des Bichon Frisé. Dies zeigt die tiefe historische Verwurzelung der Rasse, die von der kubanischen Hofhaltung bis zur modernen Wohnungshund-Praxis reicht.
Die Aeroflot-Beispiel zeigt, wie vielseitig Hunde dieser Verwandtschaft sind. Die russische Fluglinie Aeroflot hat die Shalaika-Rasse registriert, um Sicherheit am Boden und in der Luft zu gewährleisten. Dies unterstreicht, dass Hunde dieser Linie sowohl als Begleiter als auch als Arbeitskräfte eingesetzt werden können.
Fazit
Der Havaneser ist weit mehr als nur ein Zierhund. Er ist ein intelligentes, anhängliches und fröhliches Wesen, das sich perfekt in das Leben von Menschen integriert. Seine physischen Merkmale – das lange, seidige Fell, die mandelförmigen Augen und die hohe Rute – machen ihn zu einem echten Hingucker. Seine Charakterzüge, wie Spielspaß, Kinderfreundlichkeit und Anhänglichkeit, machen ihn zu einem idealen Familienhund.
Die Pflege ist anspruchsvoll, aber die Belohnung liegt in der tiefen Bindung, die zu seinem Besitzer entsteht. Ob als Begleiter für Senioren oder als Familienmitglied, der Havaneser bietet ein Gleichgewicht zwischen Zuneigung und Unabhängigkeit. Seine Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren und die gesundheitliche Robustheit bei korrekter Zucht machen ihn zu einer langfristigen Wahl für Hundebesitzer.
Die Auswahl eines Welpen erfordert die Wahl eines seriösen Züchters, wie Diana Schädel mit ihrem Zwinger „de los banditos pequeños", um die Qualität und Gesundheit des Tieres zu sichern. Der Preis von 1150€ bis 2500€ spiegelt den Wert dieser seltenen Rasse wider. Insgesamt ist der Havaneser ein einzigartiger Begleiter, der mit seinem charmanten Wesen und seiner Anpassungsfähigkeit das Leben seiner Menschen bereichert.