Die Entscheidung, ein Hundetier aus dem Tierschutz aufzunehmen, stellt für jeden Liebhaber ein moralisches und emotionales Ereignis ersten Ranges dar. Dies gilt in besonderem Maße für die Französische Bulldogge, eine Rasse, die in den letzten Jahren einen ungeheuren Bekanntheitsgrad erlangt hat und deren Repräsentanten in deutschen Tierheimen und Notunterkünften leider häufiger zu finden sind als von vielen Laien erwartet. Diese Artikelserie widmet sich einer umfassenden Analyse der Hintergründe, warum genau diese Rasse in das Tierschutzsystem gelangt, welche medizinischen und verhaltensbiologischen Aspekte die Adoption begleiten, und wie ein verantwortungsvoller Interessent den Weg von der ersten Sichtung der Annonce bis zur endgültigen Einbürgerung des Tieres beschreiten kann. Es geht hier nicht nur um die finanzielle Ersparnis im Vergleich zum Züchterkauf, sondern um eine komplexe Übernahme von Verantwortung für ein Tier, das aufgrund seiner spezifischen anatomischen und emotionalen Beschaffenheit hohe Anforderungen an den Halter stellt. Der folgende Text durchdringt die Schicht der oberflächlichen Wahrnehmung, um die realen Herausforderungen und die immense Belohnung in Form einer unbedingten Bindung zu beleuchten.
Die komplexen Gründe für den Einzug ins Tierschutzsystem
Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Hunde in Tierheimen dort aufgrund eines angeborenen Defizits oder einer aggressiven Natur gelandet sind. Bei der Französischen Bulldogge, oft umgangssprachlich als Frenchie bezeichnet, ist die Realität meist tragischer und menschlicher bedingt. Die Gründe für die Abgabe dieser Tiere sind vielfältig, tiefgreifend und oft mit dramatischen Lebensumbrüchen der ursprünglichen Halter verbunden. Eine detaillierte Betrachtung dieser Umstände offenbart, dass es sich bei den im Tierschutz befindlichen Hunden häufig um Tiere handelt, die in einem liebevollen Zuhause gelebt haben, bis äußere Umstände eine weitere Haltung unmöglich machten.
Ein sehr häufiges Szenario, das zur Aufgabe einer Französischen Bulldogge führt, sind drastische, unerwartete Veränderungen im sozialen oder familiären Gefüge der Besitzer. Der Tod eines Ehepartners oder engen Familienmitglieds stellt eine massive psychische Belastung dar, unter der viele Menschen die Kraft verlieren, die intensive Fürsorge zu erbringen, die diese Rasse benötigt. Da Französische Bulldoggen extrem menschenbezogen sind und eine enge emotionale Bindung zu ihrem Halter suchen, können sie den Schmerz oder die Abwesenheit ihres Menschen nicht einfach ignorieren; sie leiden mit. In Situationen wie einer Scheidung, wo die Verantwortung für das Haustier neu verteilt oder oft als Belastung wahrgenommen wird, wird der Hund zum Kollateralschaden der Trennung. Auch berufliche Umzüge, insbesondere ins Ausland, wo die Mitnahme von Hunden aufgrund von Quarantänevorschriften oder Visaregelungen kompliziert oder unmöglich ist, zwingen verantwortungsbewusste Besitzer zum Gang zum Tierheim, anstatt den Hund in unwürdige Hände zu geben.
Ein weiterer signifikanter Faktor ist die Geburt eines Kindes. Während auf dem Papier oft von der Kompatibilität von Hunden und Kindern gesprochen wird, zeigt die Praxis, dass die Einführung eines neuen, lauten und unvorhersehbaren Familienmitglieds das delicate Gleichgewicht im Haushalt stören kann. Französische Bulldoggen, die zuvor das Zentrum der Aufmerksamkeit waren, können eifersüchtig oder gestresst reagieren. Da diese Rasse keine hohen Toleranzschwellen für Neglect oder Isolation aufweist, kann das Verhalten des Hundes sich negativ ändern, was die ohnehin schon gestressten Eltern überfordert und zur Abgabe führt. Ähnlich kritisch sind Situationen, in denen die Besitzer selbst schwer erkranken oder pflegebedürftig werden. Ein Mensch im Rollstuhl oder mit eingeschränkter Mobilität kann die täglichen Pflegetasks, die eine Bulldogge aufgrund ihrer Anatomie erfordert, oft nicht mehr leisten. Hier zeigt der Gang zum Tierschutz oft die letzte verantwortungsvolle Handlung der früheren Besitzer, die sichergehen wollen, dass ihr Liebling weiterhin versorgt wird.
Neben diesen persönlichen Krisen spielt ein weiterer, leider sehr häufiger Grund eine Rolle: finanzielle Engpässe. Dies ist ein Aspekt, der potenzielle Adoptanten unbedingt verstehen müssen, bevor sie sich auf die Suche begeben. Die Französische Bulldogge ist eine Rasse mit spezifischen und teils chronischen gesundheitlichen Problemen. Die Tierarztkosten für Operationen, die bei Atemnot, Bandscheibenvorfällen oder Hautinfektionen notwendig werden, können sich schnell in die vierstellige Summe bewegen. Wenn zu den laufenden Kosten für Spezialfutter und Medikamente plötzlich ein Jobverlust oder eine massive Einkommensreduzierung hinzukommt, stoßen auch gut intendierte Besitzer an ihre Grenzen. In diesen Fällen wird die Abgabe oft als letzter Ausweg gesehen, um dem Tier zumindest medizinische Versorgung zu sichern, die der Besitzer privat nicht mehr stemmen kann. Es ist wichtig zu betonen, dass dies keine Aussage über die Liebe des früheren Halters macht, sondern über die Härte der wirtschaftlichen Realität in Konfrontation mit den hohen Pflegekosten dieser Rasse.
Ein weiterer Aspekt, der die Zahl der Frenchies im Tierschutz speist, sind unüberlegte Impulskäufe. Die Französische Bulldogge gilt als absoluter Modehund. Die Ästhetik der Rasse, ihre niedlichen, großen Augen und ihr ausdrucksstarkes Gesicht ziehen viele Menschen an, die jedoch die täglichen Bedürfnisse der Tiere gravierend unterschätzen. Zwar ist der Pflegeaufwand hinsichtlich des Fells gering, da die Rasse kurzhaarig und unterwollfrei ist, doch die emotionalen und zeitlichen Anforderungen sind extrem hoch. Diese Hunde sind nicht dafür gemacht, den ganzen Tag isoliert und alleine gelassen zu werden. Sie leiden still, aber intensiv unter Langeweile und Trennungsangst. Viele Käufer unterschätzen diese intensive Menschenbezogenheit und realisieren erst, wenn sie den Hund abgeben müssen, dass sie sich eine Lebensgefährtin statt eines bloßen Haustiers gewünscht haben.
Anatomische und gesundheitliche Herausforderungen der Rasse
Wer eine Französische Bulldogge aus dem Tierschutz aufnimmt, übernimmt nicht nur ein Tier, sondern oft auch eine komplexe medizinische Geschichte. Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen einem moderat gezüchteten Hund und einem extremen Qualzucht-Exemplar zu kennen. Viele Tiere in der Vermittlung stammen aus Zuchten, die den Fokus auf extreme Rassemerkmale gelegt haben, was zu gesundheitlichen Einbußen geführt hat. Ein seriöser Tierschutzverein wird den Interessenten offen über den Gesundheitszustand aufklären, und diese Transparenz ist der Grundstein für eine erfolgreiche Adoption.
Zentrales Merkmal der Rasse ist die Brachyzephalie, also die Kurzköpfigkeit. Diese anatomische Eigenschaft führt bei vielen Vertretern dieser Rasse zu erheblichen Atemproblemen, die als Brachyzephaler Syndrom bekannt sind. Die verkürzte Nasenöffnung, die erweiterte Gaumenwülste und der zu lange, dicke Gaumen erschweren den Luftstrom. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Belastbarkeit des Hundes. Französische Bulldoggen haben eine stark eingeschränkte Fähigkeit, sich körperlich anzustrengen, und sie sind extrem anfällig für Überhitzung. Im Sommer oder bei hoher Luftfeuchtigkeit besteht für diese Hunde ein echtes Lebensgefahr-Risiko, wenn sie nicht ständig in klimatisierten Umgebungen gehalten werden können. Für Adoptanten bedeutet dies, dass sie ihre Freizeitpläne und ihren Lebensstil an die Einschränkungen des Hundes anpassen müssen. Lange Wanderungen oder intensive Ballspiele sind für die meisten Frenchies tabu.
Neben den Atemwegen leiden diese Hunde häufig an Hautirritationen und Allergien. Die zahlreichen Hautfalten, insbesondere im Gesicht und am Körper, bieten ideale Brutstätten für Bakterien und Pilze, wenn sie nicht täglich sorgfältig gereinigt und getrocknet werden. Chronische Hautprobleme sind daher keine Seltenheit und erfordern Geduld und Hygienebewusstsein beim Halter. Augenerkrankungen sind ein weiterer häufiger Begleiter dieser Rasse. Aufgrund der prominenten, hervortretenden Augen sind diese besonders anfällig für Verletzungen, Infektionen und Trockenheit. Eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls die Anwendung von Augentropfen können notwendig sein.
Ein besonders schwerwiegender und teurer Aspekt betrifft die Wirbelsäule. Probleme wie Keilwirbel oder Bandscheibenvorfälle kommen bei Französischen Bulldoggen vermehrt vor. Keilwirbel sind angeborene Fehlbildungen der Wirbel, die zu Druck auf das Rückenmark führen können. Dies kann sich in Bewegungsunsicherheiten, Lahmheiten oder im schlimmsten Fall in Lähmungen äußern. Operationen im Bereich der Wirbelsäule sind technisch anspruchsvoll und sehr kostenintensiv. Wenn ein Hund aus dem Tierschutz bereits diagnostizierte Wirbelsäulenprobleme hat, muss der Adoptant bereit sein, diese chronische Situation zu managen, was möglicherweise regelmäßige Physiotherapie, Gewichtskontrolle und Medikamente erfordert. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Übernahme eines solchen Hundes bedeutet, dass er häufiger tierärztliche Betreuung benötigt als andere Rassen. Ein seriöser Verein wird dies nicht verschweigen, sondern als Teil des transparenten Prozesses darlegen.
Verhaltensaspekte und psychologische Vorbereitungen
Die emotionale Verfassung eines Hundes aus dem Tierschutz ist ein ebenso wichtiger Faktor wie sein physischer Gesundheitszustand. Nicht jeder Hund trägt einen schweren emotionalen Rucksack, doch Adoptanten sollten auf gewisse Verhaltensweisen vorbereitet sein. Die Vorgeschichte eines Tieres prägt sein Verhalten tiefgreifend. Sofern die Tiere eine traumatische Vorgeschichte durch Vernachlässigung oder Misshandlung haben, können sie anfangs misstrauisch oder ängstlich reagieren. Diese Hunde haben gelernt, dass Menschen unzuverlässig oder sogar schädlich sein können. Es dauert Zeit und enorme Geduld, bis sie wieder Vertrauen fassen.
Ein sehr häufiges Problem bei Französischen Bulldoggen aus der Vermittlung ist die Trennungsangst. Da diese Rasse extrem menschenbezogen ist und eine intensive Bindung zu ihren Haltern aufbaut, leiden sie zutiefst, wenn sie allein gelassen werden. Hunde, die bereits mehrere Besitzerwechsel verkraften mussten, sind in diesem Punkt besonders vulnerabel. Sie haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Welt instabil ist und dass sie verlassen werden können. Dies kann sich in destruktivem Verhalten, heulen, Zerstören von Eigentum oder sogar in selbstverletzendem Verhalten äußern, wenn der Halter das Haus verlässt. Die Bewältigung von Trennungsangst erfordert ein strukturiertes Trainingsprogramm, oft unter Einbeziehung von Verhalteundefachleuten, und viel Einfühlungsvermögen. Es ist keine schnelle Lösung, sondern ein langfristiger Prozess der Re-Sozialisierung und Vertrauensbildung.
Auch die Sozialisierung spielt eine große Rolle. Eine unzureichende Sozialisierung in der kritischen Welpenzeit kann dazu führen, dass der Frenchie unsicher im Umgang mit Artgenossen ist. In Tierheimen leben viele Hunde zusammen, und die Interaktion mit anderen Hunden kann für ein unsicheres Tier stressig sein. Mangelnde Stubenreinheit oder fehlende Grunderziehung sind bei Tieren aus schlechter Haltung ebenfalls möglich. Wenn ein Hund nie gelernt hat, dass es einen Ort gibt, an dem er seine Bedürfnisse erfüllen darf, oder wenn er durch negative Bestrafung für seine Bedürfnisse bestraft wurde, kann er Schwierigkeiten haben, die Hausordnung des neuen Zuhauses zu akzeptieren. Dies bedeutet für den Adoptanten, dass er möglicherweise von Grund auf neu erziehen muss. Es erfordert Disziplin, Konsequenz, aber vor allem viel Geduld und positive Verstärkung.
Trotz dieser potenziellen Hürden erweisen sich die meisten Bulldoggen aus dem Tierheim nach einer Eingewöhnungsphase als unglaublich dankbar und liebevoll. Die Fähigkeit dieser Rasse, eine intensive Bindung aufzubauen, wird dann zu ihrem größten Vorteil. Sie werden zu treuen Begleitern, die jede Gegenwart ihres Halters zutiefst schätzen. Die Mitarbeiter der Tierheime kennen ihre Schützlinge meist sehr gut und bereiten Interessenten in Vorgesprächen gezielt auf die individuellen Eigenheiten des Hundes vor. Diese Vorbereitung ist unverzichtbar. Sie hilft, unrealistische Erwartungen zu vermeiden und realistische Ziele für die gemeinsame Zukunft zu setzen.
Der finanzielle Aspekt: Schutzgebühr versus Züchterpreis
Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass Hunde aus dem Tierheim kostenlos sind. Wer diese Annahme trifft, irrt gewaltig – und diese Tatsache ist aus Sicht des Tierschutzes absolut erstrebenswert. Tierschutzvereine erheben eine sogenannte Schutzgebühr, die in der Regel zwischen 250 und 400 Euro für einen erwachsenen Hund liegt. Diese Gebühr dient nicht der Gewinnerzielung, sondern hat den alleinigen Zweck, einen Teil der angefallenen Kosten für Futter, Unterbringung und medizinische Versorgung zu decken. Die Arbeit in Tierheimen ist ressourcenintensiv, und jede Euro zählt, um die Infrastruktur am Laufen zu halten.
In diese moderat bemessene Gebühr sind meist bereits wesentliche und kostspielige Leistungen enthalten. Der Hund ist in der Regel vollständig geimpft, was den Schutz vor schweren Infektionskrankheiten sicherstellt. Er ist gechipt, was eine eindeutige Identifizierung und Rückverfolgbarkeit ermöglicht. Eine Entwurmung wurde durchgeführt, um Parasiten zu beseitigen. Zudem besitzt der Hund einen EU-Heimtierausweis, der alle notwendigen medizinischen Daten dokumentiert. Oft ist auch die Kastration oder Sterilisation bereits erfolgt. Ein solcher Eingriff beim privaten Tierarzt verursacht allein schon hohe Kosten, die bei der Adoption bereits bezahlt sind.
Im Vergleich dazu steht der Preis für einen Welpen vom seriösen Züchter, der typischerweise zwischen 1.500 und 3.000 Euro liegen kann. Dieser Preis beinhaltet ebenfalls Zuchtgebühren, erste Impfungen und Chip, aber die Spanne ist erheblich größer. Die Schutzgebühr ist somit eine sehr moderate finanzielle Hürde, die zudem den ethischen Mehrwert der Rettung eines Tieres in Not beinhaltet. Sie ist ein Beitrag zur Aufrechterhaltung der Tierschutzarbeit, die oft mit knappen Budgets operiert.
Interessenten müssen jedoch extrem vorsichtig sein bei Inseraten, in denen eine Französische Bulldogge kostenlos abzugeben ist. Solche Angebote sind ein rotes Warnsignal. Oft handelt es sich um unseriöse Angebote, Betrug oder absolute Notlagen, bei denen massive, noch unbekannte Tierarztkosten auf den neuen Halter zukommen könnten. Ein kostenloses Tier ist selten ein gutes Geschenk, da es oft versteckte Probleme maskiert. Seriöse Tierschutzorganisationen werden niemals einen gesunden, chippen und geimpften Hund kostenlos weggeben, da dies die Qualität ihrer Arbeit und den Schutz der Tiere gefährden würde.
Der Prozess der Vermittlung und Auswahl
Die Suche nach der passenden Französischen Bulldogge kann zeitaufwendig sein. Es gibt private Notfall-Vermittlungen, Zuchtverbände, die ältere Tiere oder Rückläufer in gute Hände vermitteln, sowie die großen Tierschutzorganisationen. Um Interessenten die mühsame Recherche auf vielen einzelnen Webseiten zu ersparen, haben sich zentrale Online-Plattformen etabliert. Diese bündeln Inserate aus ganz Deutschland, sodass man an einem Ort sowohl Hunde von Tierschutzorganisationen als auch private Notfälle übersichtlich findet. Solche Plattformen erhöhen die Reichweite der Vermittlung und erhöhen die Chance, dass ein Tier schnell ein Zuhause findet.
Der Prozess der Adoption ist streng geregelt und dient dem Schutz des Tieres. Bevor ein Hund freigegeben wird, durchläuft er ein sorgfältiges Auswahlverfahren. Dies umfasst meist mehrere Gespräche, Vor-Ort-Besuche und die Überprüfung der Wohnsituation. Der Verein möchte sichergehen, dass der neue Halt stabil ist und dass der Hund artgerecht gehalten werden kann. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird ein Schutzvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag regelt die Rechte und Pflichten des Adoptanten und enthält in der Regel eine Rückgabeklausel, die sicherstellt, dass der Hund niemals an Dritte weiterveräußert oder an dubiose Stellen abgegeben wird, sondern immer zurück zum Verein geht, wenn es Probleme gibt.
Nach Zahlung der Schutzgebühr darf der neue Mitbewohner einziehen. Der Umzug ist ein großer Stressfaktor für den Hund. Eine ruhige, vorurteilsfreie Eingewöhnungsphase ist entscheidend. Oft geben die Tierheime Empfehlungen, wie die ersten Tage verlaufen sollten. Nach einigen Wochen oder Monaten erfolgt in vielen Fällen eine Nachkontrolle. Die Mitarbeiter oder Paten des Vereins schauen vorbei oder fragen per Telefon/Video, ob sich der French Bully gut eingelebt hat. Diese Nachsorge ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit seriöser Tierschutzvereine und zeigt, dass sie sich nicht nur die Verantwortung nach der Übergabe entledigen, sondern das Wohl des Tieres langfristig begleiten.
Alternative Wege zur Unterstützung und die Rolle von Mischlingen
Nicht jeder Hundeliebhaber hat die Möglichkeit, selbst einen Hund aufzunehmen. Zeitmangel, finanzielle Einschränkungen oder räumliche Beschränkungen (z.B. Verbot durch Vermieter) können eine Adoption unmöglich machen. Dennoch gibt es zahlreiche Wege, wie man Französische Bulldoggen in Not unterstützen kann. Geldspenden sind für Tierheime und Vereine überlebenswichtig. Sie finanzieren nicht nur das Futter, sondern auch die teure Spezialnahrung für Hunde mit Allergien und vor allem die hohen Tierarztkosten, die bei dieser Rasse häufig anfallen. Ohne diese Spenden könnten viele Tiere nicht die notwendige medizinische Versorgung erhalten.
Ein weiterer wichtiger Weg ist die Übernahme einer Patenschaft. Dies ist eine wundervolle Art der Unterstützung, bei der man regelmäßig einen Betrag für einen bestimmten, schwer vermittelbaren Hund oder einen Dauerpflegefall zahlt. So kann man direkt zum Wohl eines einzelnen Tieres beitragen, auch ohne es selbst im Haus zu haben. Für diejenigen, die Zeit schenken möchten, bietet sich die ehrenamtliche Tätigkeit an. Gassigänger sind immer gesucht, aber noch goldener sind Pflegestellen. Eine Pflegestelle nimmt einen Hund temporär auf, gewöhnt ihn an den Alltag in einem normalen Haushalt und hilft so, sein Wesen besser einzuschätzen. Diese Information ist für die endgültige Vermittlung enorm wertvoll, da sie den zukünftigen Haltern ein realistisches Bild des Hundes vermittelt. Sachspenden wie gut erhaltene Decken, Körbchen, Leinen oder Transportboxen sind ebenfalls dringend benötigt und erleichtern die Arbeit der Heime erheblich.
Des Weiteren kann jeder helfen, indem er Vermittlungsanzeigen in seinen sozialen Netzwerken teilt. Diese einfache Handlung erhöht die Reichweite der Frenchies in Not und kann dazu beitragen, dass ein Hund schneller gefunden wird. Auch die Suche nach Mischlingen ist ein oft unterschätzter Weg. Viele Interessenten suchen gezielt nach einem Französische-Bulldogge-Mix im Tierheim. Mischlinge, etwa mit Terriern oder anderen Rassen, haben oft einen phänotypischen Vorteil: Sie besitzen häufig eine etwas längere Nase. Diese geringfügige Verlängerung des Nasenrüssens kann die Atmung erheblich verbessern und das Risiko für brachyzephale Probleme senken. Sie kombinieren oft den liebenswerten Charakter der Bulldogge mit einer robusteren Gesundheit, was sie zu attraktiven Kandidaten für die Adoption macht.
Die Vorteile der Adoption eines erwachsenen Hundes
Ein starkes Argument für die Adoption aus dem Tierschutz, das oft übersehen wird, ist der Vorteil der Adoption eines erwachsenen Hundes. Wer glaubt, nur Welpen seien wünschenswert, übersieht die enormen Vorteile eines gefestigten erwachsenen Tieres. Während Welpen rund um die Uhr Betreuung brauchen, nachts aufwachen, noch nicht stubenrein sind und einen enormen Energiebedarf haben, sind viele erwachsene Hunde aus der Vermittlung bereits in ihrer Entwicklung stabil. Sie kennen das Leben im Haus, verstehen die Grundlagen der Koexistenz mit Menschen und beherrschen oft bereits Grundkommandos wie "Sitz", "Bleib" oder "Hier".
Dies bedeutet für den Adoptanten, dass er die "anstrengendste" Phase der Hundeerziehung überspringen kann. Die nächtlichen Wachphasen, die ständigen Unfälle in der Wohnung und die Zerstörungswut des explorierenden Welpen bleiben oft aus. Der erwachsene Frenchie ist oft ein ruhiger, entspannter Begleiter, der die Gegenwart seines Halters genießt, ohne die ständige intensive Beschäftigung zu benötigen, die ein Welpe erfordert. Dies macht die Adoption eines erwachsenen Hundes für Berufstätige oder ältere Menschen besonders attraktiv.
Doch finden sich gelegentlich auch Französische Bulldogge Welpen oder Junghunde in der Vermittlung. Oft sind dies Folgen von Beschlagnahmungen bei illegalen Züchtern oder Missbrauchsfällen. Diese Welpen benötigen zwar mehr Aufwand, aber sie bieten die Chance, einen Hund von Grund auf in einem liebevollen und gerechten Umfeld aufzuwachsen. Die Entscheidung für einen solchen Welpen ist ein Akt der Hoffnung und des Engagements für die Zukunft der Rasse, weg von den Praktiken des kommerziellen Welpenhandels.
Fazit: Eine Entscheidung für Würde und Verantwortung
Die Entscheidung, eine Französische Bulldogge aus dem Tierschutz aufzunehmen, ist weit mehr als nur eine günstige Alternative zum Kauf bei einem Züchter. Sie ist eine fundamentale Haltung. Sie gibt einem Lebewesen, das unverschuldet in Not geraten ist, die Chance auf ein würdiges, glückliches Leben. Sie setzt ein wichtiges Zeichen gegen die unkontrollierte Vermehrung, gegen die Qualzucht und gegen den illegalen Welpenhandel, der viele dieser Tiere in ihr Elend stürzt.
Adoptanten müssen sich jedoch der Realitäten bewusst sein. Es erfordert Geduld, Einfühlungsvermögen und das Wissen um die Besonderheiten dieser liebenswerten Rasse. Es erfordert finanzielle Reserve für medizinische Notfälle und zeitliche Flexibilität für die Pflege. Doch die Belohnung ist unbeschreiblich. Französische Bulldoggen sind für ihr anpassungsfähiges, verspieltes und unfassbar liebevolles Wesen bekannt. Sie bauen eine Bindung auf, die im Hundetum ihresgleichen sucht. Sie sind dankbar, treu und bringen eine Wärme in das Zuhause, die kaum ein anderes Haustier leisten kann. Durch die Adoption wird nicht nur ein Tier gerettet, sondern ein Stück des eigenen Lebens bereichert. Es ist ein Akt der Solidarität mit einem Mitgeschöpf, das auf unsere Hilfe wartet.