Die Französische Bulldogge hat sich in den letzten Jahren zu einem der populärsten Hundetypen in Deutschland entwickelt. Doch hinter der scheinbaren Begeisterung für diese charaktervollen und menschenbezogenen Tiere verbirgt sich eine zunehmend kritische Entwicklung im Bereich des Tierschutzes. Immer mehr Exemplare dieser Rasse suchen Zuflucht in Heimen und Pflegestellen, da viele potenzielle Halter die spezifischen Anforderungen an Haltung, Pflege und vor allem die medizinischen Bedürfnisse der Rasse fundamental unterschätzen. Die Entscheidung, eine Französische Bulldogge aus dem Tierschutz aufzunehmen, ist keine spontane Geste aus Mitgefühl, sondern erfordert ein tiefgründiges Verständnis für die komplexen gesundheitlichen, verhaltensbezogenen und finanziellen Aspekte, die mit dieser Rasse einhergehen. Es handelt sich nicht einfach um die Adoption eines „billigeren“ Hundes, sondern um die Übernahme eines Verantwortungsvollen Engagements, das oft eine intensivere Betreuung erfordert als die eines Welpen von einem seriösen Züchter. Der Tierschutz bietet hier nicht nur eine Chance für den Hund, sondern auch für den Menschen, der bereit ist, die Herausforderungen der Brachyzephalie und die emotionalen Narben eines möglichen traumatischen Hintergrundes mit Geduld, Wissen und Liebe zu meistern. Dieser Artikel beleuchtet intensiv die Gründe, warum diese Hunde in Not geraten, die spezifischen Gesundheitsrisiken, die verhaltensbezogenen Herausforderungen, den administrativen und finanziellen Rahmen der Adoption sowie die Möglichkeiten, wie auch ohne eigene Aufnahme zur Hilfe beigetragen werden kann.
Die multifaktoriellen Ursachen für die Abgabe im Tierschutz
Es existieren keine monokausalen Gründe, warum eine Französische Bulldogge in ein Tierheim oder eine Pflegestelle kommt. Vielmehr handelt es sich um ein komplexes Geflecht aus sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Faktoren, die häufig zeitgleich oder kumulativ auftreten. Ein detailliertes Verständnis dieser Ursachen ist für potenzielle Adoptanten essenziell, da es hilft, das Tier und seine Vorgeschichte besser einzuordnen und unrealistische Erwartungen an ein „perfektes“ Verhalten zu vermeiden.
Soziale und familiäre Umbrüche
Lebensumstände ändern sich, oft ohne Vorankündigung und mit schwerwiegenden Konsequenzen für das Wohlergehen der Haustiere. Drastische Veränderungen im Leben der Halter stellen eine der häufigsten Ursachen für die Abgabe dar. Dazu zählen Ereignisse, die eine kontinuierliche Betreuung durch die ursprünglichen Besitzer unmöglich machen. Ein Todesfall in der Familie hinterläuft nicht nur eine emotionale Leere, sondern oft auch eine strukturelle Lücke in der Versorgung. Wenn der primäre Bezugsperson verstorben ist und die verbliebenen Familienmitglieder überfordert sind oder nicht in der Lage sind, die Pflegepflichten zu übernehmen, bleibt oft nur der Gang in den Tierschutz.
Ebenso kritisch ist eine Scheidung. In solchen Konstellationen wird oft der Hund zum Spielball oder zum Opfer der Umstände. Oft ist nicht klar, wer den Hund weiter halten kann oder will, oder die finanzielle und zeitliche Ressourcen verteilen sich so stark, dass keine Partei die erforderliche Sorgfalt gewährleisten kann. Ein beruflicher Umzug ins Ausland stellt eine weitere massive Hürde dar. Die Transportvorschriften für Hunde in viele Länder sind streng, und die Kosten sowie der administrative Aufwand sind oft prohibitiv hoch. Zudem kann das neue Umfeld im Ausland nicht immer die gleichen Bedingungen für die Haltung einer brachyzephalen Rasse bieten, was zur Rückgabe oder Abgabe führt.
Auch die Geburt eines Kindes kann als Auslöser dienen. Dies geschieht nicht aus Mangel an Liebe, sondern oft aufgrund einer Fehleinschätzung der Interaktionen. Wenn der Hund unerwartet eifersüchtig reagiert oder durch die neue Dynamik im Haushalt stark gestresst wird, und die Eltern keine Zeit oder das Wissen haben, diese Situation zu managen, wird der Hund abegeben. In anderen Fällen erkranken die Besitzer plötzlich selbst schwer oder werden pflegebedürftig. In diesen Situationen, in denen die eigene Existenz oder die der Partner im Vordergrund steht, kann die intensive Pflege einer Françaischen Bulldogge, die oft spezielle Bedürfnisse hat, nicht mehr aufrechterhalten werden.
Die ökonomische Realität der Rassehaltung
Ein weiterer, leider sehr häufiger und gesellschaftlich diskussionswürdiger Abgabegrund sind finanzielle Engpässe. Hier liegt ein fundamentaler Irrglaube vieler Interessenten: Die Annahme, dass eine Französische Bulldogge ein „normaler“ Hund mit durchschnittlichen Kosten sei. Die Realität ist anders. Viele Menschen unterschätzen drastisch, dass gerade diese Rasse mit spezifischen, oft chronischen gesundheitlichen Problemen kämpft. Die Tierarztkosten für Operationen bei Atemnot, die durch die brachyzephale Kopfform bedingt sind, oder für Bandscheibenvorfälle, die aufgrund der speziellen Wirbelsäulenstruktur häufiger auftreten, können sich schnell in die Tausende von Euro summieren.
Diese Kosten sind nicht einmalig, sondern können rezidivierend sein. Wenn dann noch ein Jobverlust hinzukommt, ein häufiges Szenario in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten, können die laufenden Kosten für Spezialfutter, notwendige Medikamente, Physiotherapie oder regelmäßige tierärztliche Kontrollen nicht mehr gedeckt werden. Die Rasse ist anfällig für Allergien, die spezielle, oft teure hypoallergene Diäten erfordern. Hautprobleme, die aus der Zucht resultieren, benötigen teure Therapien. Wer eine Französische Bulldogge adoptiert, übernimmt somit mitunter einen Hund, der häufiger als andere Rassen tierärztliche Betreuung benötigt. Ein seriöser Tierschutzverein wird den Interessenten hier offen und transparent über den Gesundheitszustand aufklären. Es ist entscheidend, den Unterschied zwischen einem moderat gezüchteten Hund und einem extremen Qualzucht-Exemplar zu kennen. Extreme Zuchtmerkmale führen zu einer deutlich geringeren Lebensqualität und höheren medizinischen Anforderungen. Nur wer dies versteht und finanziell absichern kann, kann dem Tier die nötige Lebensqualität bieten.
Die spezifischen Gesundheitsherausforderungen der Französischen Bulldogge
Die Anatomie der Französischen Bulldogge ist der primäre Treiber für die gesundheitlichen Probleme, die im Tierschutz so prominent sind. Das Verständnis der Brachyzephalie (Kurzköpfigkeit) und ihrer Folgen ist für jeden Adoptanten unverzichtbar.
Atemwege und thermische Regulation
Aufgrund der Brachyzephalie leiden viele Vertreter dieser Rasse unter erheblichen Atemproblemen. Die verkürzte Schnauze führt zu einer Verengung der Nasengänge (Stenose der Nasenlöcher), einer verlängerten weichen Gaumensegel und oft zu einer hypertrophen Tonsillen. Dies erschwert die Atmung erheblich. Die Konsequenz ist eine eingeschränkte Belastbarkeit, insbesondere bei Wärme und körperlicher Anstrengung. Französische Bulldoggen haben große Schwierigkeiten, sich durch Hecheln effektiv abzukühlen. Bei heißen Temperaturen besteht akute Lebensgefahr durch Hitzschlag. Dies ist besonders bei Tieren relevant, die aus schlechter Zucht stammen und nun im Tierschutz gelandet sind. Dort sind die anatomischen Abweichungen oft noch ausgeprägter. Adoptanten müssen sich bewusst sein, dass ihr Hund nie im Sommer bei großer Hitze ausgeführt werden darf und dass das Zuhause klimatisiert oder sehr gut belüftet sein muss.
Dermatologie und Ophthalmologie
Neben den Atemwegen neigen diese Hunde zu Hautirritationen und Allergien. Die vielen Falten im Gesicht und am Körper können sich entzünden, wenn sie nicht täglich sorgfältig gereinigt und getrocknet werden. Pilzbefall und bakterielle Infektionen sind häufige Begleiterscheinungen, die ständige Pflege erfordern. Augenerkrankungen sind ebenfalls keine Seltenheit. Die prominent hervorstehenden Augen sind anfällig für Verletzungen, Trockenheit und Entzündungen. Regelmäßige Kontrollen und gegebenenfalls die Anwendung von Augen-Tropfen oder Salben gehören zum täglichen Routineprogramm.
Orthopädische Probleme
Probleme an der Wirbelsäule, wie etwa Keilwirbel (hemivertebrae), sind bei dieser Rasse leider keine Seltenheit. Bei Keilwirbeln ist ein Wirbel keilförmig verformt, was zu einer Skoliose (Seitwärtskrümmung der Wirbelsäule) führen kann. Dies kann die Nerven komprimieren und zu Lähmungen, Schmerzen und Gangstörungen führen. In schweren Fällen sind Operationen notwendig, die hochriskant und teuer sind. Auch Bandscheibenvorfälle treten häufiger auf als bei langköpfigen Rassen. Die kurze Wirbelsäule und der massive Körperbau setzen die Bandscheiben unter extremen Druck. Adoptanten müssen daher darauf achten, dass ihr Hund nicht von hohen Möbeln springt und kein Übergewicht hat, das die Wirbelsäule zusätzlich belastet.
Verhaltensbezogene Aspekte und psychische Belastungen
Nicht jeder Hund aus dem Tierschutz trägt einen schweren emotionalen Rucksack, doch sollten Adoptanten auf gewisse Verhaltensweisen vorbereitet sein. Die Vorgeschichte eines Tieres im Tierschutz ist oft geprägt von Unsicherheit, Verlust und manchmal auch Misshandlung.
Trauma und Vertrauensbildung
Sofern die Tiere eine traumatische Vorgeschichte durch Vernachlässigung oder Misshandlung haben, können sie anfangs misstrauisch oder ängstlich reagieren. Sie haben gelernt, dass Menschen unzuverlässig oder schädlich sein können. Die Rückgewinnung des Vertrauens erfordert immense Geduld, Empathie und Zeit. Ein aggressiver Ansatz oder Druck führt nur zu verstärkter Angst. Diese sensiblen Hunde, die sehr menschenbezogen sind, brauchen eine stabile, vorhersehbare Umgebung, um sich sicher zu fühlen.
Trennungsangst und Sozialisierung
Häufig leiden diese Hunde unter Trennungsangst, wenn sie bereits mehrere Besitzerwechsel verkraften mussten. Die Angst, erneut verlassen oder abgegeben zu werden, kann zu destruktivem Verhalten, übermäßigem Bellen oder panischen Reaktionen führen, wenn der Hund allein gelassen wird. Auch eine unzureichende Sozialisierung in der Welpenzeit kann dazu führen, dass der French Bully unsicher im Umgang mit Artgenossen ist. Möglicherweise reagiert er ängstlich, schüchtern oder sogar defensiv-aggressiv bei Begegnungen mit anderen Hunden. Mangelnde Stubenreinheit oder fehlende Grunderziehung sind bei Tieren aus schlechter Haltung ebenfalls möglich. Diese Defizite sind nicht das Resultat von „böser Absicht“ des Hundes, sondern von mangelnder Erziehung in der Vergangenheit.
Die positive Wendung
Trotz dieser potenziellen Hürden erweisen sich die meisten Bulldoggen aus dem Tierheim nach einer Eingewöhnungsphase als unglaublich dankbar und liebevoll. Französischen Bulldoggen sind bekannt für ihre Bindungsfähigkeit. Sie sind Leittier-bezogen, folgen ihrem Menschen überall hin und sehen ihn als den Mittelpunkt ihres Lebens. Wenn das Vertrauen einmal aufgebaut ist, sind sie oft die treuesten und zärtlichsten Begleiter. Die intensive Bindung, die sie aufbauen, ist eine große Belohnung für die Investition an Zeit und Geduld.
Der administrative und finanzielle Prozess der Adoption
Die Adoption einer Französischen Bulldogge aus dem Tierschutz unterliegt bestimmten Regeln und Kostenstrukturen, die oft missverstanden werden.
Die Schutzgebühr und ihre Bedeutung
Wer glaubt, einen Hund aus dem Tierheim gäbe es umsonst, irrt gewaltig – und das ist auch gut so. Tierschutzvereine erheben eine sogenannte Schutzgebühr, die in der Regel zwischen 250 und 400 Euro für einen erwachsenen Hund liegt. Diese Gebühr dient nicht der Gewinnerzielung, sondern deckt einen Teil der angefallenen Kosten für Futter, Unterbringung, Hygieneartikel und medizinische Versorgung, die während der oft monatelangen Haltung im Heim entstanden sind.
In diesem Betrag sind meist bereits wesentliche Leistungen enthalten, die bei einem privaten Erwerb separat bezahlt werden müssten: - Der Hund ist in der Regel geimpft (Grundimmunisierung abgeschlossen). - Er ist gechippt (mikrochipte Identifikation). - Er ist entwurmt (parasitologisch gesichert). - Er besitzt einen EU-Heimtierausweis (offizieller Papiere für Reisen und Identifikation). - Oft ist auch die Kastration bereits erfolgt. Bei einem privaten Tierarztbesuch würde eine Kastration allein schon hohe Kosten verursachen.
Im Vergleich zu einem Welpen vom seriösen Züchter, der zwischen 1.500 und 3.000 Euro kosten kann, ist die Schutzgebühr also sehr moderat. Sie macht die Adoption finanziell attraktiv, aber sie ist kein „Billigkauf“. Sie ist eine Investition in Tierschutz und ein Beitrag zu den laufenden Betriebskosten des Vereins.
Warnung vor kostenlosen Angeboten
Seien Sie jedoch vorsichtig bei Inseraten, in denen eine Französische Bulldogge kostenlos abzugeben ist. Hierbei handelt es sich oft um unseriöse Angebote oder absolute Notlagen. Ein kostenloses Angebot kann darauf hindeuten, dass der Abgeber sich nicht im Klaren ist, wie hoch die versteckten Kosten sein werden, oder dass er das Tier loswerden will, ohne sich um seine Zukunft zu kümmern. In solchen Fällen drohen massive Tierarztkosten, da die Basisversorgung (Impfung, Chip, Kastration) nicht erfolgt ist. Zudem fehlt oft die notwendige Überprüfung der Adoptanten. Ein seriöser Tierschutzverein führt eine sorgfältige Beratung und Prüfung durch, um Missbrauch vorzubeugen. Kostenlose Abgaben umgehen diesen Schutzmechanismus.
Der Schutzvertrag und die Nachkontrolle
Sind alle Voraussetzungen erfüllt und die Adoption beschlossen, wird ein Schutzvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag regelt die Rechte und Pflichten beider Seiten und stellt sicher, dass der Hund artgerecht gehalten wird. Er verpflichtet den Adoptanten oft, den Hund bei Unfällen oder beim Tod zurückzugeben oder dem Verein zu melden. Nach Zahlung der Schutzgebühr darf Ihr neuer Mitbewohner einziehen. Oft gibt es nach einigen Wochen noch eine Nachkontrolle, um zu schauen, ob sich der French Bully gut eingelebt hat. Diese Nachkontrolle dient nicht der Überwachung, sondern der Unterstützung. Probleme in der Eingewöhnungsphase können so frühzeitig erkannt und gelöst werden.
Altersstrukturen und besondere Fälle in der Vermittlung
Die Altersstruktur der Hunde im Tierschutz variiert. Während Welpen rund um die Uhr Betreuung brauchen und noch nicht stubenrein sind, sind viele erwachsene Hunde aus der Vermittlung bereits gefestigt. Sie kennen das Leben im Haus, beherrschen oft Grundkommandos und ihr Wesen ist bereits gefestigt, sodass man weiß, was man bekommt. Dies kann ein großer Vorteil sein, da die Unsicherheit des unbekannten Charakters eines Welpen wegfällt.
Dennoch finden sich gelegentlich auch Französische Bulldogge Welpen im Tierheim oder Junghunde in der Vermittlung. Oft sind diese das Ergebnis von Beschlagnahmungen bei Tierquälerei, illegalem Handel oder wenn Züchter in finanzielle Not geraten sind und ihre Würfe nicht mehr betreuen können. Diese Welpen benötigen oft intensive Sozialisierung und Erziehung von Grund auf, da sie die kritischen Lernphasen unter nicht optimalen Bedingungen verbracht haben.
Private Notfall-Vermittlungen und Zuchtverbände
Nicht alle Hunde in Not werden über große Heime vermittelt. Auch private Notfall-Vermittlungen oder Zuchtverbände helfen manchmal dabei, ältere Tiere oder Rückläufer in gute Hände zu vermitteln. Oft suchen diese Kanäle gezielt nach erfahrenen Haltern, die mit den Besonderheiten der Rasse vertraut sind. Um die mühsame Recherche auf vielen einzelnen Webseiten zu ersparen, bündelt Snautz als zentrale Online-Plattform Inserate aus ganz Deutschland. Hier finden Sie sowohl Hunde von Tierschutzorganisationen als auch private Notfälle übersichtlich an einem Ort. Solche Plattformen erhöhen die Sichtbarkeit der Tiere und beschleunigen die Vermittlung.
Fallstudie: Francis – Ein Beispiel für die Realitäten
Ein konkretes Beispiel illustriert die vielfältigen Aspekte der Adoption. Francis, eine 3 Jahre alte Französische Bulldogge im Trierer Tierheim, zeigt ein typisches Profil. Er liebt die Gesellschaft von Menschen und zeigt sich im Umgang mit anderen Hunden sehr verträglich. Seine Lebensfreude und sein freundliches Wesen machen ihn zu einem wunderbaren Begleiter. Diese positiven Eigenschaften sind das Fundament für eine erfolgreiche Adoption.
Wie viele seiner Rasse bringt Francis jedoch einige gesundheitliche Herausforderungen mit sich. Er leidet an Atemproblemen und Fehlstellungen, die aktuell tierärztlich betreut und behandelt werden. Diese chronischen Probleme erfordern eine kontinuierliche medizinische Versorgung. Lange Spaziergänge sind für ihn daher nicht geeignet – Francis genießt lieber kurze Runden und ausgiebige Kuscheleinheiten auf der Couch. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, dass Adoptanten einen Lebensstil führen, der einem entspannten, couch-potato-artigen Hund entspricht. Francis sucht ein liebevolles Zuhause bei Menschen, die Verständnis für seine besonderen Bedürfnisse haben und ihm ein ruhiges, gemütliches Leben schenken möchten. Wenn Sie auf der Suche nach einem herzensguten Hund sind, der Sie mit seiner Zuneigung verzaubern, dann freut sich das Tierheim, von Ihnen zu hören. Francis’ Geschichte zeigt, dass trotz medizinischer Defizite eine hohe Lebensqualität und tiefe emotionale Bindung möglich sind.
Alternativen zur Adoption: Wie Sie anderweitig helfen können
Nicht jeder Tierfreund hat die Möglichkeit, selbst einen Hund aufzunehmen, sei es aus zeitlichen, finanziellen oder wohnlichen Gründen (z.B. Verbot durch Vermieter, Allergien, zu kleine Wohnung). Dennoch kann man viel für Bulldoggen in Not tun. Die Unterstützung des Tierschutzes ist ein kontinuierlicher Prozess, der verschiedene Formen der Hilfe umfasst.
Finanzielle Unterstützung
Geldspenden sind für Tierheime und Vereine überlebenswichtig. Sie dienen dazu, Futter, Spezialnahrung für Allergiker und vor allem die hohen Tierarztkosten zu finanzieren. Ohne diese Spenden würden viele Tierheime bankrottgehen. Auch das Übernehmen einer Patenschaft für einen schwer vermittelbaren Hund oder einen Dauerpflegefall ist eine wundervolle Art der Unterstützung. Mit einer Patenschaft tragen Sie direkt zu den Kosten eines bestimmten Tieres bei, ohne es selbst halten zu müssen. Dies gibt dem Tier ein Gesicht und eine persönliche Bindung für den Spender.
Ehrenamtliche Hilfe
Wer Zeit schenken möchte, kann sich als ehrenamtlicher Gassigänger engagieren. Auch Hunde im Heim brauchen Bewegung und soziale Interaktion. Ein Spaziergang hilft nicht nur dem Hund, sondern gibt auch den oft überlasteten Heimpersonal eine Pause. Eine noch wertvollere Rolle ist die eines Pflegestellers. Pflegestellen sind Gold wert: Sie nehmen einen Hund temporär auf, gewöhnen ihn an den Alltag, testen sein Verhalten im häuslichen Umfeld und helfen so, sein Wesen besser einzuschätzen. Dies erleichtert die endgültige Vermittlung enorm, da potentielle Adoptanten den Hund in einer natürlichen Umgebung kennenlernen können. Pflegestellen sind oft die Brücke zwischen dem chaotischen Heimalltag und dem strukturierten Privatleben.
Sachspenden und Öffentlichkeitsarbeit
Sachspenden wie gut erhaltene Decken, Körbchen, Leinen, Halsbänder oder Transportboxen werden ebenfalls oft benötigt. Diese materiellen Güter verbessern direkt das Wohlergehen der Tiere. Des Weiteren können Sie helfen, indem Sie Vermittlungsanzeigen in Ihren sozialen Netzwerken teilen. Durch das Teilen der Reichweite für die Frenchies in Not erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass das richtige Zuhause gefunden wird. Ein einfacher Klick kann ein Leben retten.
Die emotionale und ethische Verantwortung des Haltevertrags
Die Beziehung zwischen einer Französischen Bulldogge und ihrem Menschen ist einzigartig. Du bist sein Leittier. Er folgt Dir überall hin. Du bist der Mittelpunkt seines Lebens. Diese starke Bindung bringt eine immense ethische Verantwortung mit sich. Denke auch an die Lebenserwartung der Französischen Bulldogge! Das solltest Du nie vergessen. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 10 bis 12 Jahren, wobei viele Hunde aufgrund der gesundheitlichen Probleme oft kürzer leben. Es trägt die Verantwortung bis zum Schluss, wenn der Bully über die Regenbogenbrücke geht.
Diese Aussage ist kein pathetisches Beiwort, sondern eine harte Realität. Die Adoption bedeutet, dass man sich für den Rest des Lebens des Hundes verantwortet. Man darf den Hund nicht wieder abgeben, nur weil die anfängliche Begeisterung nachlässt oder die Pflegeaufwände höher sind als erwartet. Man muss ihn in Alter, Krankheit und Not begleiten. Diese langfristige Bindung ist der Kern der ethischen Haltung. Ein Bully in Not darf nur dann Einzug halten, wenn man absolut sicher ist, ihm ein Für-immer-Zuhause bieten zu können.
Fazit
Die Aufnahme einer Französischen Bulldogge aus dem Tierschutz ist ein komplexer, mehrschichtiger Prozess, der weit über die reine Adoption hinausgeht. Es erfordert ein tiefes Verständnis für die spezifischen gesundheitlichen Risiken, die durch die Brachyzephalie und genetische Belastungen entstehen. Es erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen, um mit verhaltensbezogenen Defiziten, die aus einer traumatischen Vorgeschichte resultieren, umzugehen. Es erfordert finanzielle Weitsicht, um die hohen und oft unerwarteten Tierarztkosten zu stemmen. Doch wer bereit ist, diese Herausforderungen anzunehmen, wird mit einem der treuesten, liebevollsten und dankbarsten Begleiter belohnt. Französischen Bulldoggen in Not verdienen eine zweite Chance auf ein gutes Leben. Ob durch Adoption, Spenden, Pflegestellen oder Ehrenamt – jeder Beitrag zählt. Der Tierschutz ist ein Gemeinschaftswerk, das von der Verantwortung jedes Einzelnen abhängt. Die Entscheidung für einen Tierschutzhund ist eine Entscheidung für das Leben eines Individuums, das auf unsere Hilfe angewiesen ist. Es ist eine Reise der Empathie, der Geduld und der unbedingten Hingabe, die sich am Ende in einer tiefen, unergänglichen Bindung auszahlt. Die Französische Bulldogge im Tierschutz wartet nicht nur auf ein Dach, sondern auf einen Partner, der ihre Grenzen respektiert und ihre Liebe erwiedert.