Havaneser Züchter in Much: Vom Wildhang und der Rasse als idealer Familienbegleiter

Der Havaneser, auch bekannt als Bichon Havanais, stellt eine der faszinierendsten und emotionalen Hunderassen dar, die sich durch ihre tiefe Bindungsfähigkeit, ihre Intelligenz und ihre einzigartige Geschichte auszeichnet. In Deutschland, und speziell im Raum Much in Nordrhein-Westfalen, haben sich Züchter wie Claudia Koch vom Zwinger „vom Wildhang" etabliert, um diese seltene Rasse zu erhalten und weiterzuzüchten. Die Zuchtpraxis in Much, wie sie am Beispiel des Zuchtprogramms „vom Wildhang" sichtbar wird, spiegelt wider, wie ein moderner, verantwortungsvoller Züchter die Welpen aufnimmt, sie in das Familienleben integriert und sie auf ein glückliches Leben als Begleithund vorbereitet. Dieser Artikel beleuchtet die Rassemerkmale, die Zuchtphilosophie, die Erziehung und die besonderen Bedürfnisse des Havanesers, wobei der Fokus auf der spezifischen Situation in Much und den allgemeinen Rassecharakteristika liegt.

Ursprung und Rassegeschichte: Vom Bichon zum Havaneser

Die Geschichte des Havanesers ist eng mit der Geschichte von Kuba verknüpft. Die Vorfahren dieser Hunde wurden vermutlich von einem Italiener oder Spanier nach Kuba importiert, wobei der Name der Hauptstadt Havanna ihm den Namen gab. In der neuen Umgebung Kubas, die sich stark von den ursprünglichen Heimatländern der Vorfahren unterschied, entwickelte sich die Rasse zu einem robusteren, stärkeren und massiveren Hund. Es wird angenommen, dass der Havaneser aus einer Kreuzung des italienischen Bichons – wahrscheinlich des Bolognesers oder des Maltesers – und anderer Rassen, möglicherweise Wasserhunde, hervorging. Eine enge Verwandtschaft mit dem Zwergpudel gilt als nahezu sicher.

Die offizielle Anerkennung durch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) erfolgte im Jahr 1963. Seitdem ist der Havaneser in der Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 1 (Bichons und verwandte Rassen) mit der Standardnummer 250 registriert. Der internationale Name der Rasse lautet Bichon Havanaise, was die enge Verbindung zu den in Europa weit verbreiteten Bichons unterstreicht. Die Vorfahren dieser Hunde sind vermutlich auch die Vorfahren der Malteser und des Bichon Frisé.

Obwohl die Rasse in Europa selten ist und man gute Exemplare vor allem in den nordischen Ländern findet, hat sie in den USA eine größere Bekanntheit erlangt. Dennoch ist der Havaneser auch dort kein Modehund, sondern bleibt eine Rasse für Liebhaber, die Wert auf Charakter und Gesellschaft legen. Die Seltenheit der Rasse in Europa bedeutet, dass es schwierig sein kann, einen Welpen zu finden, was oft eine frühe Reservierung erfordert.

Der Charakter des Havanesers: Ein echter „Hanswurst"

Der Charakter des Havanesers ist das Herzstück dieser Rasse. Er wird oft als überaus anhänglicher Begleithund beschrieben, der sympathisch und immer fröhlich ist. Seine freundliche Überschwänglichkeit ist ansteckend, und er wird gerne als ein richtiger „Hanswurst" bezeichnet. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem idealen Begleiter für alleinstehende Senioren, da er sich perfekt an die Bedürfnisse seines Menschen anpasst.

In einer Familie, in der der Havaneser im Mittelpunkt stehen kann, zeigt er seine wahre Stärke. Er liebt Kinder und kann stundenlang spielen, ohne müde zu werden. Seine fügsame Natur und der Wunsch, seinem Besitzer eine Freude zu bereiten, machen ihn zu einem angenehmen Gefährten für die ganze Familie. Er ist kameradschaftlich, ansprechbar, intelligent, spielerisch, anhänglich und sanft.

Besonders hervorzuheben ist, dass der Havaneser ein idealer Wohnungshund ist, zumal er nicht bellt. Dies ist ein entscheidender Vorteil für das Zusammenleben in städtischen Umgebungen oder Mehrfamilienhäusern. Er passt sich seiner Familie an; zieht er sich zurück, wenn keine Zeit für ihn da ist, und wenn man nicht täglich mehrmals mit ihm spazieren gehen kann, genügt ihm zwischendurch auch ein Garten zum Toben.

Rassemerkmale und physische Daten

Die physischen Merkmale des Havanesers sind präzise definiert und tragen zu seinem einzigartigen Erscheinungsbild bei. Die Rasse gehört zu den kleinen Hunden mit einer Statur, die sich durch ein langes, seidiges Fell auszeichnet.

Die folgenden Tabellen fassen die wichtigsten physischen Daten zusammen:

Merkmal Details
Größe (ausgewachsen) Weibchen: 21–29 cm, Männchen: 21–29 cm
Gewicht Weibchen: 4–6 kg, Männchen: 4–6 kg
Lebenserwartung 13–15 Jahre (durchschnittlich 14 Jahre)
Fellfarbe Selten reinweiß; häufig sandfarben, falbfarben in allen Tönungen, havanna-braun, schwarz. Leichte Schattierungen sind erlaubt.
Felltyp Sehr lang (12 bis 18 cm), weich, seidig, glatt, mit schwach entwickelter oder fehlender Unterwolle.
Augenfarbe Braun, so dunkel wie möglich gefärbt.
FCI-Einteilung Gruppe 9, Sektion 1 (Bichons und verwandte Rassen), Standard 250

Das Fell des Havanesers ist ein besonderes Merkmal. Es ist sehr lang (12 bis 18 cm), weich, seidig und glatt, obwohl es auch einige Wellen haben kann. Die Unterwolle ist nur schwach entwickelt oder völlig abwesend. Dies macht die Fellpflege zu einem wichtigen Aspekt des täglichen Lebens mit einem Havaneser. Die Farben reichen von Kitz über Mahagoni, Schwarz, Weiß bis hin zu Havanna Braun.

Zuchtpraxis in Much: Das Konzept „vom Wildhang"

In der Gemeinde Much, im Rhein-Sieg-Kreis von Nordrhein-Westfalen, betreibt Claudia Koch den Zwinger „vom Wildhang". Dieser Züchter repräsentiert einen modernen Ansatz in der Zucht, bei dem die Hunde als vollwertige Familienmitglieder behandelt werden. Im Gegensatz zu traditionellen Zuchten, die oft separate Hundezimmer oder Abtrennungen nutzen, leben die Hunde bei „vom Wildhang" direkt im Haus, mitten im Familienleben.

Diese Philosophie basiert auf der Überzeugung, dass die beste Art der Aufzucht darin besteht, die Welpen im Alltag der Familie aufwachsen zu lassen. Die Welpen begleiten die Familie durch den Alltag und werden so von klein auf an die Geräusche des häuslichen Lebens gewöhnt. Es gibt jedoch einen speziellen, ruhigen Raum für die Hundemama und ihre Babys, wo sie ungestört schlafen und fressen können. Dieser ruhige Rückzugsort ist entscheidend für ihre gesunde Entwicklung.

Die Sozialisierung der Welpen erfolgt ganz natürlich durch das Leben im Haushalt und das gesamte „Rudel". Alle Familienmitglieder – ältere Hunde, jüngere Hunde, eine Katze, Hühner, Kühe und sogar Nachbarn – kümmern sich um die Kleinen. Sie werden an alle möglichen Geräusche gewöhnt, vom Wetter bis zum Radio.

In den warmen Monaten können die Welpen jederzeit in den Garten. Oft sind sie bereits stubenrein, wenn sie in ihr neues Zuhause ziehen. Drinnen gewöhnen sie an spezielle Unterlagen, was mal besser, mal weniger gut klappt. Die Vorbereitung auf das neue Zuhause beinhaltet auch das Gewöhnen an verschiedene Untergründe, Spiel- und Klettermöglichkeiten sowie Autofahrten. Da die Züchterin nur wenige Wochen Zeit hat, eine gute Grundlage zu legen, liegt der Rest der Erziehung beim neuen Besitzer. Die Züchterin steht jedoch jederzeit zur Seite.

Erziehung und Training: Vom Welpen zum erwachsenen Hund

Die Erziehung des Havanesers ist ein zentraler Aspekt, der bereits im Welpenalter beginnen muss. Da dieser Bichon sehr fügsam ist und nur eines will – seinem Besitzer zu gefallen – ist es relativ einfach, seine Konzentration zu gewinnen. Er hört auf seinen Besitzer und ist sehr angenehm im Training.

Es ist jedoch wichtig, den Havaneser schon als Welpe zu trainieren, um schlechte Angewohnheiten zu vermeiden, die oft bei kleinen Hunden vorkommen. Der Havaneser ist sensibel und neigt zu Übergewicht. Eine einzige Mahlzeit guter Qualität am Tag reicht oft aus, um die Ernährung zu steuern. Die monatlichen Kosten für die laufenden Ausgaben eines solchen Hundes liegen bei ca. 20 €, was im Vergleich zu größeren Rassen relativ gering ist.

Der Havaneser eignet sich hervorragend für bestimmte Sportarten wie Dogdancing und Trickdogging. Seine Intelligenz und sein Spieltrieb machen ihn zu einem idealen Partner für diese Aktivitäten. Er ist kinderfreundlich, ein Familienhund und sozial. Sein Sabber-Potential ist gering, und das Haarverlust ist eher gering, was ihn zu einer beliebten Wahl für Menschen mit leichten Allergien macht.

Kaufpreis und Verfügbarkeit

Der Preis für einen Havaneser variiert je nach Herkunft, Alter und Geschlecht. Durchschnittlich ist mit 1.150 € für einen Hund mit Stammbaum zu rechnen. Höhere Zuchtlinien können bis zu 2.500 € kosten. Der Kaufpreis spiegelt die Seltenheit der Rasse wider. Da der Havaneser in Europa selten ist und man gute Exemplare vor allem in den nordischen Ländern findet, ist es schwierig, einen Welpen zu finden. Eine frühe Reservierung ist oft notwendig.

Die Verfügbarkeit von Welpen ist begrenzt. In Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, gibt es eine Reihe von Züchtern, darunter den oben genannten „vom Wildhang" in Much. Andere bekannte Zuchten in der Region umfassen unter anderem „Wellington's" in Dortmund, „Cupa Cubana's" in Herten, „Del Cielo De Estrellas" in Oberhausen und viele andere. Diese Liste zeigt, dass es trotz der Seltenheit eine aktive Zuchtszene in NRW gibt.

Pflege und Ernährung: Sensibilität und Gewichtskontrolle

Der Pflegeaufwand für einen Havaneser ist hoch, vor allem aufgrund seines langen, seidigen Fells. Das Fell muss regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Da die Unterwolle schwach entwickelt ist, ist das Fell besonders anfällig für Schmutz und Unordnung.

In Bezug auf die Ernährung ist Vorsicht geboten. Havaneser sind sensibel und neigen zu Übergewicht. Eine einzige Mahlzeit guter Qualität am Tag reicht oft aus, um die Ernährung zu steuern. Es ist wichtig, die Futtermenge sorgfältig zu dosieren, um eine gesunde Körperhaltung zu gewährleisten.

Die folgenden Punkte fassen die Pflegebedürfnisse zusammen: - Regelmäßiges Bürsten des langen Fells (12 bis 18 cm Länge). - Kontrolle des Körpergewichts zur Vermeidung von Übergewicht. - Regelmäßige Tierarztbesuche zur Vorsorge. - Sozialisierung durch das tägliche Leben im Haushalt.

Züchter in Nordrhein-Westfalen: Ein Überblick

Neben dem Zwinger „vom Wildhang" in Much gibt es eine Vielzahl weiterer Züchter in Nordrhein-Westfalen, die sich auf die Zucht von Havanesern spezialisiert haben. Diese Züchter tragen zur Erhaltung der Rasse bei und bieten potenziellen Besitzern eine Auswahl an Welpen. Zu den bekannten Zuchten in der Region gehören:

  • Wellington's VDH, VK in Dortmund (44287)
  • Cupa Cubana's VDH, VK in Herten (45699)
  • Del Cielo De Estrellas in Oberhausen (46047)
  • Havaneser Sueno Del Perro in Oberhausen (46047)
  • Little People in Borken (46325)
  • vom Mühlenbach DRVEV in Hamminkeln (46499)
  • San Christóbal De La Habana in Kevelaer (47626)
  • vom Uerdinger Eulentürmchen in Krefeld (47829)
  • Peanuts in Senden (48308)
  • von Herrenstein DRCEV in Drensteinfurt (48317)
  • vom Heeker Donnerberg in Heek (48619)
  • Lovely's Havaneser DRCEV in Ibbenbüren (49477)
  • vom Heidkopf VDH, VK in Roetgen (52159)
  • Rigpa VDH, VK in Vettweiß (52391)
  • Scallywags Havaneser in Gangelt (52538)
  • vom Wildhang in Much (53804)

Diese Liste verdeutlicht die geografische Verteilung der Züchter in NRW und zeigt, dass die Rasse trotz ihrer Seltenheit in der Region gut vertreten ist. Jeder dieser Züchter hat seinen eigenen Ansatz, der oft auf Familienorientierung und natürliche Sozialisierung setzt.

Fazit

Der Havaneser ist mehr als nur ein kleiner Begleithund; er ist ein emotionaler Partner, der sich tief in das Leben seiner Familie einfügt. Die Zuchtpraxis in Much, wie sie am Beispiel von Claudia Koch vom Wildhang sichtbar wird, demonstriert einen modernen Ansatz, bei dem Welpen als Familienmitglieder aufwachsen. Die Rasse zeichnet sich durch ihre Intelligenz, ihre Anhänglichkeit und ihre Fähigkeit aus, sich an verschiedene Lebenssituationen anzupassen.

Obwohl der Havaneser in Europa selten ist, gibt es eine aktive Gemeinschaft von Züchtern in Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen. Die Erziehung erfordert Geduld und Konsequenz, da der Hund sehr fügsam ist, aber auch sensibel auf Übergewicht reagiert. Die Pflege des langen, seidigen Fells ist aufwendig, aber lohnend. Für Familien, Senioren und alle, die einen treuen, fröhlichen und intelligenten Begleiter suchen, stellt der Havaneser eine hervorragende Wahl dar. Die Verfügbarkeit von Welpen ist begrenzt, was eine frühe Reservierung erfordert.

Die Kombination aus historischem Hintergrund, charakterlichen Stärken und der spezifischen Zuchtpraxis in Much macht den Havaneser zu einer einzigartigen Rasse, die sowohl für erfahrene Halter als auch für Erstbesitzer geeignet ist.

Quellen

  1. Havaneser Züchter in Deutschland
  2. Havaneser Rasseportrait und Fakten
  3. Havaneser Welpen vom Wildhang
  4. Havaneser Steckbrief und Erziehung
  5. Havaneser Züchter in Nordrhein-Westfalen

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