Der Havaneser, international bekannt als Bichon Havanaise, ist eine der charmantesten und temperamentvollsten Hunderassen der Welt. Als reiner Gesellschafts- und Begleithund nimmt er eine besondere Stellung ein, die über das reine Begleiten hinausgeht. Er ist kein Arbeitshund im traditionellen Sinne, sondern ein aufgeweckter Familienhund mit eigenem Charakter. Die Rasse gehört zur FCI-Gruppe 9, Sektion 1 (Bichons und verwandte Rassen) und trägt die Standardnummer 250. Seine Wurzeln liegen in Kuba, wo er als Begleitertier für Adlige und wohlhabende Bürger gezüchtet wurde. Die enge Verwandtschaft zu den Bichons, dem Malteser und dem Bichon Frisé ist in der Rassegeschichte unverkennbar.
Ein zentrales Beispiel für die Qualität und den Erfolg einer spezifischen Zuchtlinie ist die Geschichte der Hündin Tiffany. Ihr Name, offiziell „I’am Tiffany vom Käpflesberg“, steht für eine Linie, die sich durch hervorragende genetische Eigenschaften und Zuchtleistung auszeichnet. Tiffany wurde am 3. April 2016 in Nagold-Pfrondorf bei Familie Biedermann geboren. Ihre Eltern, „Rosalie vom Käpflesberg“ (Mutter) und „Xerio Skipper vom Käpflesberg“ (Vater), sind ebenfalls in der Region Pfrondorf verwurzelt, was Tiffany zu einer echten „Pfrondorferin“ macht.
Die Entscheidung, Tiffany als Welpen zu adoptieren, fiel nach einem langen Warten auf den richtigen Zeitpunkt. Am 12. Juni 2016 zog sie schließlich in ein neues Zuhause. Die Anreise verlief ruhig, sie verschlief die Autofahrt und lernte sofort ihre neuen Geschwister kennen. Dieses erste Zusammentreffen war eher unspektakulär, aber es markierte den Beginn einer langen und wunderschönen Zeit. Tiffany erwies sich schnell als verspielt, aktiv und verschmust. Ihr Charme war so ausstrahlend, dass sie niemandem widerstehen konnte.
Ein Meilenstein in ihrer Karriere war die Zuchtzulassung im Verein für Deutsche Hunde (VDH) und im Verein Kleinhundezucht (VK) am 27. Mai 2017. Ohne Einschränkung erhielt sie die Zulassung, was ihre gesundheitliche und charakterliche Eignung für die Zucht bestätigte. Die Freude über diese Anerkennung war unendlich groß. Täglich verzauberte sie ihre Umgebung mit Blick und Charme.
Aus dieser erfolgreichen Zuchthündin ging unter anderem die Welpin Tia-Tine hervor. Genannt „Tine“, wurde sie am 1. März 2017 geboren. Tine ist schoko-braun-weiß (chocolate parti) und trägt das Ticking-Gen (Belton). Mit einer Größe von 25 cm und einem Gewicht von 5,5 kg entspricht sie perfekt dem Rassestandard. Ihr Charakter ist unauffällig und oft eher ruhig, sie ist eine „liebe Maus“, die sehr gerne schmust und mit anderen Hunden, wie Manni, tobt. Tine hat sich im Laufe der Zeit als „Chefin“ im Haushalt etabliert. Sie ist manchmal etwas stur und hört nicht immer beim Rufen, lässt sich aber gut mit Leckerchen lenken. Ein besonderes Merkmal ist, dass Besucher sich darauf einstellen müssen, dass sie sich ohne Aufforderung auf den Schoß springt.
Die Entwicklung von Baby-Tine zur ausgewachsenen Dame ist in verschiedenen Altersstufen dokumentiert: vom ersten Tag über 2 Wochen, 3,5 Wochen, 5 Wochen, 6,5 Wochen, 8 Wochen, 9 Wochen, 10 Wochen, 12 Wochen, 14 Wochen (4 Monate), 5 Monate, 6 Monate, 9 Monate, 1 Jahr bis hin zu 3 Jahren alt. Dieser Wachstumsprozess zeigt, wie sich aus einem kleinen Welpe eine vollständige, charakterstarke Havaneser-Dame entwickelt.
Rassestandard und physische Merkmale
Der Havaneser ist ein kleiner, aber kräftiger Hund. Sein Körperbau ist rechteckig, und er fällt durch sein langes, üppiges Haarkleid auf. Das Fell ist das auffälligste Merkmal dieser Rasse. Es besteht aus sehr langem, weichem, glattem Deckhaar, das eine Länge von zwölf bis 18 Zentimetern erreichen kann. Das wollige Unterhaar ist bei dieser Rasse eher schwach entwickelt oder bei einigen Vertretern sogar ganz fehlend. Das Haarkleid kann glatt oder gewellt sein und bildet mitunter lockige Strähnen. Die Spitzen des Fells sind oft leicht gelockt.
Die Größe des Havanesers liegt im Standard zwischen 22 und 29 cm im Widerrist. Das Gewicht variiert zwischen 3 und 6 kg, wobei einige Quellen auch bis zu 7 kg angeben. Die Augen sind groß, dunkel und mandelförmig mit einem fröhlichen Ausdruck. Der Gang ist lebhaft und elastisch.
Die Farbvielfalt ist ein weiteres Highlight. Reinweiße Havaneser kommen nur ganz selten vor. Vielmehr sind sie in verschiedenen Tönungen wie Falb, Havanna-Braun, Tabakfarben oder Rötlich-Braun anzutreffen. Auch Schwarz ist eine zulässige Farbe. Flecken in den aufgeführten Farbtönen sind ebenfalls im Standard erlaubt.
Ein kritischer Punkt in der Pflege ist das Handling des Fells. Das Schneiden oder Trimmen des Fells ist im Rassestandard absolut unerwünscht und sogar verboten. Die einzige Ausnahme bilden die Haare an der Stirn und am Fang. Diese dürfen gekürzt werden, um zu verhindern, dass das Haar in die Augen fällt, die Sicht einschränkt oder Irritationen hervorruft. Augen und Ohren bedürfen ebenfalls regelmäßiger Kontrolle.
Charakter und Sozialverhalten
Der Charakter des Havanesers ist geprägt von Kameradschaft, Ansprechbarkeit, Intelligenz, Spielfreude, Anhänglichkeit und Sanftmut. Er ist ein idealer Familienhund und sehr kinderfreundlich. Das Sabber-Potential ist gering, und das Haaren ist eher gering ausgeprägt, was ihn für Allergiker attraktiv macht. Dennoch ist der Pflegeaufwand hoch, da das lange Fell tägliche Pflege erfordert.
Das Sozialverhalten zeigt sich in der Geschichte von Tiffany und Tine. Tiffany ist eine echte Herzensangelegenheit, die ihre Umgebung verzaubert. Tine hingegen zeigt einen eigenständigen, manchmal sturen Charakter. Sie hat sich als „Chefin“ im Haushalt etabliert und springt auf den Schoß, ohne dass man sie dazu auffordert. Dieses Verhalten unterstreicht die starke Bindung und das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, das typisch für die Rasse ist. Die Rasse ist sozial veranlagt und eignet sich hervorragend als Begleithund.
Zuchtlandschaft in Deutschland
Die Zucht von Havanesern in Deutschland ist breit gefächert. Zahlreiche Züchter sind in verschiedenen Bundesländern aktiv. In Bayern gibt es eine hohe Dichte an registrierten Züchtern, darunter „Dreamteam“ in Peißenberg, „vom Wendelsteinblick“ in Riedering, „Star of Cubavaria“ in Fridolfing und viele weitere in Orten wie Ursberg, Waal, Westerheim, Feucht, Rettenbach, Falkenfels, Neuenmarkt und Prichsenstadt. Auch in Thüringen sind Züchter wie „von Helianthus“ in Gera, „Fantastic Daydream’s“ in Eisenberg, „von der Schönen Rhön“ in Frankenheim, „von der Severie“ in Erfurt und „vom Silbernen Marienhof“ in Weimar aktiv.
In Niedersachsen finden sich Züchter in Butjadingen, Verden, Cuxhaven, Bremerhaven, Grasberg, Suhlendorf, Ebstorf, Schneverdingen, Garbsen, Hemmingen und Sarstedt. In Berlin gibt es derzeit leider noch keinen eingetragenen Züchter.
Die Zucht wird von verschiedenen Verbänden überwacht. Die wichtigsten sind der Verein für Deutsche Hunde (VDH), der Verein Kleinhundezucht (VK) und der Internationale Hundeverein (IHV). Züchter tragen sich kostenlos in Listen ein, was die Transparenz erhöht.
Gesundheit und Lebenserwartung
Die Lebenserwartung eines Havanesers liegt zwischen 13 und 15 Jahren. Dies ist eine hohe Lebensdauer im Vergleich zu vielen anderen Rassen. Die Gesundheit wird durch regelmäßige Kontrollen von Augen und Ohren gesichert. Das Ticking-Gen, das Tine trägt, ist ein genetisches Merkmal, das für das charakteristische Marmorierte Fellmuster (Belton) verantwortlich ist. Es ist wichtig, dass Züchter auf genetische Gesundheit achten, um Erbkrankheiten vorzubeugen.
Pflege und Erziehung
Der Pflegeaufwand ist hoch. Das lange, seidige Fell muss täglich gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Da das Trimmen verboten ist, muss das Fell in seiner natürlichen Länge erhalten bleiben, mit der Ausnahme von Stirn- und Fanghaaren. Die Ernährung und das Training sollten auf den kleinen, aktiven Charakter der Rasse abgestimmt sein. Havaneser eignen sich gut für Sportarten wie Dogdancing und Trickdogging, was ihre Intelligenz und Spielfreude unterstreicht.
Fazit
Der Havaneser ist eine Rasse, die durch ihr einzigartiges Aussehen, ihren liebevollen Charakter und ihre lange Lebenserwartung besticht. Die Geschichte von Tiffany und ihrer Nachkommen wie Tine zeigt, wie erfolgreich eine verantwortungsvolle Zucht sein kann. Von der Geburt bis zum erwachsenen Hund ist ein Prozess der Entwicklung, der Geduld und Liebe erfordert. Die Vielfalt der Züchter in Deutschland gewährleistet, dass potenzielle Halter überall einen qualitativ hochwertigen Welpen finden können. Mit seinem geringen Haaren, seinem geringen Sabber-Potential und seiner hohen Intelligenz ist der Havaneser ein idealer Begleiter für Familien und Einzelpersonen.