Der Havaneser, oft auch als Bichón Habanero oder Bichon Havanais bezeichnet, hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer der beliebtesten Begleithunderassen in Deutschland entwickelt. Besonders in Regionen wie dem Sauerland haben sich spezialisierte Liebhaberzuchten etabliert, die nicht nur auf die Vermehrung dieser Rasse abzielen, sondern auch auf die Aufrechterhaltung höchster ethischer und gesundheitlicher Standards. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist die Zucht „of the thousand Mountains", die seit Ende der 90er Jahre im Herzen des Sauerlands tätig ist. Diese Zucht repräsentiert mehr als nur eine kommerzielle Aktivität; sie steht für eine tiefe Verbindung zur Rasse, fundiertes Wissen über die genetische Gesundheit und eine strikte Ablehnung von betrügerischen Praktiken im Hundehandel.
Die Geschichte der Zucht „of the thousand Mountains" beginnt im Jahr 1997, als die Familie eine erste Havaneser-Hündin kaufte. Diese Begeisterung für die Rasse führte 1999 zur Gründung einer kleinen Hobbyzucht. Aus einer Anfrage einer Freundin, die einen Welpen wünschte, entwickelte sich die professionelle Haltung der Züchterfamilie. Die Züchterin, Frau Silvia Böller, betreibt diese Privat- und Familienzucht in Fleckenberg bei Schmallenberg. Der Standort im Sauerland bietet ideale Voraussetzungen für die Aufzucht, da die Umgebung sowohl für Spaziergänge als auch für die notwendige Sozialisation der Welpen genutzt wird.
Die Zucht ist in der Region als „Havaneserzucht im Sauerland" bekannt und verfügt über eine feste Adresse in Schmallenberg. Die Betriebszeiten sind umfassend und erstrecken sich von Montag bis Sonntag zwischen 9 Uhr und 21 Uhr, was auf eine hohe Verfügbarkeit für Interessenten hindeutet. Wichtig ist, dass die Zucht als „Familien-Aufzucht" geführt wird. Dies bedeutet, dass die Welpen nicht in isolierten Zwingeranlagen, sondern im familiären Alltag aufwachsen. Dieser Ansatz ist entscheidend für die spätere Sozialisation und das Verhalten der Hunde.
Charakteristik und Wesensmerkmale des Havanesers
Der Havaneser zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination aus Intelligenz, Charme und Spieltrieb aus. Die Rasse ist außergewöhnlich intelligent und durch seine stets wache Neugierde sehr leicht zu erziehen. Diese Eigenschaft macht den Havaneser zu einem idealen Begleiter für aktive Menschen. Mit seinem offenen Wesen und seinem unwiderstehlichen Charme gewinnt er im Nu jedes Herz und wird sehr bald der Mittelpunkt jeder Familie.
Ein häufiges Missverständnis besteht darin, den Havaneser nur als reinen Schoßhund zu betrachten. Obwohl es sich um einen Zwerghund handelt, ist er vom Charakter und seiner Konstitution her für jede spielerische Kampftat zu haben. Der Havaneser ist ein fröhlicher, aufgeschlossener und freundlicher Familien- und Begleithund. Er ist sehr gelehrig und hat deshalb keine Probleme, eine Begleithundeprüfung zu bestehen. Aber nicht nur das. Er ist sogar ein As auf dem Agility-Parcour. Für wanderlustige Menschen ist der Havaneser ein treuer Begleiter, der ausgedehnte Spaziergänge liebt.
Besonders hervorzuheben ist die Eignung für Familien mit Kindern. Der Havaneser ist außerordentlich drollig und kameradschaftlich und ist auch speziell zu Kindern zu empfehlen, wobei auf eine Einschränkung geachtet werden muss: Keine Kleinkinder. Die Rasse ist robust genug für das Spiel, aber die Interaktion mit sehr jungen Kindern erfordert besondere Vorsicht.
Die Persönlichkeit eines Havanesers wird oft durch die Aufzucht und die Genetik beeinflusst. Ein hervorragendes Beispiel für die Rasse ist die Hündin „Happy", ein nationales und internationales Championat der Zucht „of the thousand Mountains". Geboren am 14.10.2012, ist Happy ein Paradebeispiel für das ideale Rasseniveau. Mit einer Größe von 25 cm und einem Gewicht von 5,5 kg repräsentiert sie die typischen Maßen der Rasse. Ihre Farbe ist schwarz mit weiß. Happy ist als „verspielte und temperamentvolle Havaneser-Prinzessin" beschrieben, die immer gute Laune hat. Sie schafft es täglich, ihre Familie zum Lachen zu bringen und ist Fremden gegenüber stets aufgeschlossen und freundlich.
Ein wichtiger Aspekt des Sozialverhaltens zeigt sich in der Haltung gegenüber anderen Tieren. Happy mag Fremde Hunde gar nicht und muss sich erstmal in Ruhe davon überzeugen, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht. Schließlich muss sie ihr Rudel beschützen, vor allem wenn Nachwuchs im Haus ist. Diese Schutzinstinkte sind typisch für die Rasse und zeigen, dass der Havaneser trotz seiner geringen Größe ein starker Charakter besitzt. Happy hat bereits drei Welpen zur Welt gebracht und zeigt sich als hervorragende Mutter, die sich auch um den Nachwuchs anderer Hündinnen (wie Filia) kümmert.
Gesundheitsvorsorge und genetische Qualitätssicherung
Ein entscheidender Faktor für jede seriöse Zucht ist die umfassende Gesundheitsvorsorge. Die Zucht „of the thousand Mountains" legt größten Wert auf die genetische Reinheit und die Freiheit von Erbkrankheiten. Dies wird durch detaillierte Untersuchungen und Dokumentationen gesichert.
Am Beispiel der Hündin Happy lässt sich die Tiefe der Gesundheitsüberprüfungen verdeutlichen. Im Februar 2014 bestand sie die Zuchttauglichkeitsprüfung. Im März 2014 wurde eine Patella-Untersuchung durchgeführt, die das Ergebnis „Grad -0-", also FREI, ergab. Dies bedeutet, dass keine Verlagerung der Kniescheibe vorliegt, eine häufige Problematik bei kleinen Hunderassen. Zusätzlich wurde sie als frei von Katarakt und PRA (Progressive Retinale Atrophie) eingestuft, was bedeutet, dass keine erblich bedingten Augenkrankheiten vorliegen.
Ein DNA-Profil liegt für die Hündin vor, was eine zusätzliche Sicherheit für die genetische Vererbung bietet. Diese Maßnahmen sind nicht nur für die Zuchttüchtigkeit notwendig, sondern auch für die langfristige Gesundheit der Nachkommen. Die Zucht dokumentiert diese Daten transparent, was für potenzielle Käufer ein wichtiges Kriterium ist.
Die Zucht praktiziert eine strikte Abgabepolitik. Welpen werden frühestens in der 12. Woche abgegeben. Dies ist entscheidend für die korrekte Sozialisation und die Ablösung von der Mutter. Bei der Abgabe sind die Welpen bereits geimpft und entwurmt. Sie werden mit einem Mikrochip gekennzeichnet und erhalten einen Impfausweis. Die Welpen sind „Alltag-Sozialisiert" und „Auf den Menschen geprägt", was bedeutet, dass sie im Familienalltag aufwachsen und keine Angst vor Alltagsgeräuschen oder menschlicher Nähe haben.
Vergleichende Daten zur Gesundheitsprüfung
Um die Bedeutung der Untersuchungen zu verdeutlichen, lassen sich die durchgeführten Tests und ihre Ergebnisse in einer strukturierten Übersicht darstellen:
| Untersuchungsart | Ergebnis bei Happy | Bedeutung für die Zucht |
|---|---|---|
| Patella-Untersuchung | Grad -0- (Frei) | Ausschluss von Kniescheibenverlagerung |
| Augenuntersuchung | Frei von Katarakt und PRA | Sicherstellung der Sehkraft ohne Erbkrankheiten |
| Zuchttauglichkeitsprüfung | Bestanden (Februar 2014) | Bestätigung der Rassetüchtigkeit |
| DNA-Profil | Vorhanden | Genetische Dokumentation und Vererbungssicherheit |
| Mikrochip | Angebracht | Eindeutige Identifizierung des Tieres |
Diese Daten zeigen, dass die Zucht nicht nur auf das Aussehen, sondern vor allem auf die physische und genetische Gesundheit setzt. Die Hündin Happy hat zudem an Ausstellungen teilgenommen und jeweils die Bestnote „V1" (Vollkommen) erhalten. Dies unterstreicht, dass die Zucht hohe Maßstäbe anlegt, die über das reine Leben als Begleithund hinausgehen.
Ethische Verantwortung und Betrugsschutz im Zuchtbereich
Neben der tierischen Qualität ist die ethische Integrität der Züchter ein zentrales Thema. Die Zucht „of the thousand Mountains" nimmt eine klare Positionierung gegen Betrug im Handel ein. Um potenzielle Käufer vor Schaden zu bewahren, werden spezifische Warnhinweise gegeben.
Ein häufiges Problem im internationalen Handel ist der Einsatz von Treuhandservices. Die Zucht rät dringend davon ab, sich auf einen Handel einzulassen, bei dem ein vermeintlicher Interessent die Bezahlung über ein Treuhandservice abwickeln möchte. Dieses Vorgehen wird oft von Betrügern missbraucht.
Ein weiteres Risiko stellt der Scheck-Betrug dar. Immer wieder tauchen vermeintliche ausländische Käufer auf, welche den Kaufpreis per Scheck erstatten möchten. Die Überprüfung der Deckung eines Schecks ist bei vielen Banken nicht sofort möglich und kann oft erst nach mehreren Wochen sichergestellt werden. Bis dahin ist der vermeintliche Käufer nicht mehr greifbar. Das Ergebnis ist oft, dass der Verkäufer sein Tier los ist und das Geld nie erhält. Die Betrüger sind aufgrund der Verwendung falscher Namen und Daten in der Regel nicht mehr auffindbar.
Auch Telefon-Abzocke ist ein ernstzunehmendes Risiko. Die Zucht warnt davor, auf Angebote von Interessenten zu reagieren, welche um einen Rückruf auf eine 0930er oder ähnliche gebührenpflichtige Nummer bitten. Das Interesse dieser „Interessenten" liegt oft eher darin, sich mittels des Anrufs zu bereichern, als wirklich am Kauf des Tieres.
Als Schutzmaßnahme wird empfohlen, bei ausländischen Interessenten stets auf Vorabüberweisung des gesamten Kaufpreises bzw. auf Barzahlung bei Übergabe zu bestehen. Diese strikten Richtlinien dienen dem Schutz der Züchter und indirekt auch der Käufer, da sie sicherstellen, dass der Handel nur mit vertrauenswürdigen Parteien stattfindet.
Regionale Verortung und Zuchtnetzwerk
Die Zucht „of the thousand Mountains" ist fest im Hochsauerlandkreis verankert. Sie befindet sich in 57392 Fleckenberg, Meschede. In der Region gibt es ein dichtes Netz von weiteren Havaneser-Züchtern, die ebenfalls hohen Standards folgen. Die Liste der Züchter in Nordrhein-Westfalen umfasst unter anderem:
- Rigpa in Vettweiß, Euskirchen
- Scallywags Havaneser in Gangelt, Alsdorf
- vom Wildhang in Much, Gummersbach
- of The Thousand Mountains in Fleckenberg, Meschede
- Flying Heart in Unna, Hamm
- Kindly Nature in Arnsberg, Soest
- vom Flammberg in Hüsten, Arnsberg
- von der Sündelt in Meschede, Arnsberg
Auch in anderen Bundesländern wie Bayern und Berlin gibt es eine Vielzahl von Züchtern. In Bayern sind unter anderem „Dreamteam", „vom Wendelsteinblick", „Star of Cubavaria", „Happy Shaggy", „Colour's of Snuggle Dog's", „De Lupatus", „Vajrapasha", „von der Schwarzachklamm", „Havana's True Heart", „Strizzis Havaneser", „vom Falkenfelser Land", „vom Lichtergarten" und „Patas De Los Francos" aktiv. In Berlin gibt es derzeit noch keine eingetragenen Züchter.
Die geografische Verteilung zeigt, dass die Havaneserzucht in Deutschland weit verbreitet ist, wobei das Sauerland und der Raum Aachen sowie Bayern als wichtige Zentren gelten. Die Zucht „of the thousand Mountains" ist dabei ein fester Bestandteil dieses Netzwerks.
Fazit
Die Zucht „of the thousand Mountains" steht für ein Beispiel verantwortungsvoller Havaneserzucht. Durch die Kombination aus langjähriger Erfahrung seit 1999, strenger Gesundheitsüberwachung der Zuchttiere und klaren Richtlinien gegen Betrug, bietet sie ein sicheres Umfeld für Welpen und Käufer. Die Hündin Happy verkörpert die Ideale der Rasse: Gesundheit, Charakter und Ausstellungsqualität. Die Zucht zeigt, dass ein kleiner Hund wie der Havaneser nicht nur ein Begleiter, sondern ein vollwertiges Familienmitglied sein kann, das Intelligenz, Spieltrieb und Schutzinstinkte vereint.
Die klare Kommunikation über Risiken im Handel und die Transparenz bei Gesundheitsdaten machen diese Zucht zu einer vertrauenswürdigen Quelle für Liebhaber dieser Rasse. Die Aufzucht im Familienalltag und die frühe Sozialisation garantieren Welpen, die gut in jede Umgebung integriert werden können. Für alle, die einen Havaneser suchen, bietet diese Zucht nicht nur ein Tier, sondern eine Garantie für Gesundheit und Charakter.