Die Krone im Fell: Die royalen Corgis der Queen und die Zukunft der Rasse im Königshaus

Die Verbindung zwischen dem britischen Königshaus und der Welt der Hunde ist tief verwurzelt und reicht weit über die einfache Haltung von Haustieren hinaus. Während der Tod Königin Elisabeth II. im September 2022 eine große Lücke im Leben der Nation riss, hinterließ sie nicht nur einen kulturellen Verlust, sondern auch einen emotionalen Nachhall bei ihren tierischen Begleitern. Besonders die Corgis, jene kleinen Hunde mit dem markanten Erscheinungsbild, sind untrennbar mit dem Bild der Monarchin verbunden. Diese Hunde waren nicht nur Begleiter, sondern aktive Teilnehmer am königlichen Leben, deren Namen und Schicksale eine eigene Geschichte erzählen. Der Hype um die Rasse, der sich nach ihrem Tod in einer massiven Nachfrage und steigenden Preisen zeigte, unterstreicht, wie tief dieses Symbol im kollektiven Bewusstsein verankert war.

Historischer Kontext: Von Victoria bis Elisabeth II.

Die traditionelle Affinität der britischen Monarchie zu Hunden ist kein isoliertes Phänomen der letzten Jahrzehnte, sondern eine über Generationen gewachsene Tradition. Schon Königin Victoria liebte Hunde, deren Namen oft ein Spiegel ihrer Vorlieben waren. Ihr Lieblingshund war ein Dackel namens „Boy". Diese Vorliebe setzte sich bei ihren Nachfolgern fort. König George VI., der Vater von Elisabeth II., kaufte seiner Tochter im Jahr 1933 einen Corgi namens Dookie. Dieser erste Corgi markierte den Beginn einer fast neunzigjährigen Tradition der Zucht und Haltung von Corgis im Königshaus.

Die Geschichte der königlichen Hunde ist untrennbar mit der Person von Elisabeth II. verknüpft. Über ihre gesamte Regierungszeit besaß die Monarchin rund 30 Corgis, wobei der Großteil aus der eigenen Zucht stammte. Es ist ein Zeitzug, der sich über mehr als 80 Jahre erstreckte. Die Queen war nicht nur Besitzerin, sondern aktive Züchterin. Diese intensive Beschäftigung mit der Zucht führte dazu, dass die Rasse Welsh Corgi Pembroke zu einer Art „Royal Rasse" wurde, deren Bild untrennbar mit der Monarchin verbunden ist.

Ein interessantes Detail der royalen Tierhaltung ist die Art der Versorgung. Die Hunde der Queen besaßen nicht nur ein eigenes Zimmer, sondern hatten sogar einen eigenen Spitzenkoch, der ihnen ihre Mahlzeiten zubereitete. Dies zeigt den hohen Stellenwert, den die Tiere im täglichen Leben der Königin einnahmen. Sie waren keine zufälligen Begleiter, sondern integrierte Mitglieder des Haushalts, die nach speziellen Standards versorgt wurden.

Der Welsh Corgi Pembroke: Eigenschaften und Erscheinungsbild

Die Rasse, die die Queen so sehr liebte, ist der Welsh Corgi Pembroke. Diese Hunde sind für ihren einzigartigen Körperbau bekannt: ein kleiner Körper mit sehr kurzen Beinen, was oft dazu führt, dass sie als „oben ein Schäferhund, unten ein Dackel" beschrieben werden. Diese Beschreibung fängt das Wesen der Rasse ein, die trotz ihrer geringen Statur eine enorme Präsenz ausstrahlt.

Die Wesensmerkmale dieser Hunde sind entscheidend für ihre Beliebtheit im Königshaus. Sie werden als wachsam, aktiv, intelligent, ausgeglichen und selbstbewusst beschrieben. Diese Kombination aus Intelligenz und einem ausgeglichenen Charakter machte sie zu idealen Begleitern für eine Monarchin, die ein hochintensives und öffentliches Leben führte.

Rassemerkmale im Überblick

Merkmal Beschreibung
Rassenname Welsh Corgi Pembroke
Körperbau Klein, kompakt, extrem kurze Beinen, tiefer Rumpf
Charakter Wachsam, aktiv, intelligent, selbstbewusst, ausgeglichen
Besonderheit Oft als „Schäferhund oben, Dackel unten" charakterisiert
Status Seit 2015 als gefährdete Haustierrasse eingestuft
Zucht Über 80 Jahre aktive Zucht durch die Queen selbst

Die Rasse gilt seit 2015 als „gefährdete Haustierrasse". Dies ist ein wichtiger Hinweis auf die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Zucht. Trotz ihrer Popularität durch die Queen ist die Rasse in Deutschland noch relativ selten anzutreffen. Der Tod der Monarchin führte jedoch zu einem plötzlichen Anstieg der Beliebtheit. Die Nachfrage stieg so stark an, dass Züchter von registrierten Corgis berichteten, dass die Preise für Welpen innerhalb weniger Tage verdoppelt wurden. Ein Welpe konnte dabei mehr als 2.500 Pfund (ca. 2.795 Euro) kosten. Dieser Preisanstieg ist ein direkter Indikator für den „Royal Hype", der die Rasse in den Fokus der Öffentlichkeit rückte.

Die Nachkommen: Namen, Stammbaum und der Dorgi

Die Queen nannte ihre Hunde mit Namen, die oft kurz, bündig und kreativ waren. Die Liste der Namen spiegelt ihre Vorlieben und die Persönlichkeit der Tiere wider. Zu den bekannten Namen gehörten Dookie, Whisky, Sherry, Cider, Berry, Sugar, Honey, Candy, Emma, Monty, Heather, Gryffindor, Harris, Brandy, Swift, Vulcan und Phoenix.

Ein besonderes Phänomen der royalen Zucht ist die Entstehung des Dorgi. Dies ist ein Mischling aus einem Dackel und einem Corgi. Die Queen besaß mehrere dieser Mischlinge, darunter Candy und Vulcan. Diese Kreuzungen zeugen von einem experimentellen Ansatz in der Zucht, um neue, interessante Kombinationen zu schaffen. Der Dorgi Candy war eine Hündin, die als älteres Tier überlebte.

Die Genealogie der Corgis der Queen wurde nach ihrem Tod von der BBC detailliert aufgearbeitet. Ein spannender Stammbaum zeigt die Verwandtschaftslinien. Der letzte Corgi, der aus der Zucht von „Susan" abstammte, hieß Willow. Dieser Stammbaum ist ein Beleg für die systematische und dokumentierte Art, wie die Queen ihre Tiere führte. Jedes Tier hatte seine eigene Identität und seinen Platz im Familiengewebe des Königshauses.

Die Trauerfeier und die verbliebenen Hunde

Der Tod der Queen im September 2022 war ein globales Ereignis, bei dem die Rolle ihrer Hunde besonders ins Blickfeld rückte. Bei der Trauerfeier am 19. September 2022 in Schloss Windsor waren zwei ihrer letzten Corgis, Muick und Sandy, auf den Treppenstufen zu sehen. Sie warteten ruhig und traurig auf den Eintreffen der Trauerprozession. Diese Szene wurde weltweit übertragen und symbolisierte die tiefe emotionale Bindung zwischen der Monarchin und ihren Tieren.

Neben den beiden Corgis verstarb die Queen auch noch zwei weitere Hunde hinter sich: den Dorgi Candy und den Cocker Spaniel Lissy (auch Lizzie genannt). Diese Hunde waren bei der Trauerfeier nicht anwesend, was auf ihre physische Verfassung oder den Standort hindeutet. Die Frage nach dem weiteren Schicksal dieser Tiere stand in der Öffentlichkeit im Mittelpunkt.

Das Schicksal der „Hundewaisen"

Nach dem Tod der Queen stellte sich die Frage, was mit ihren hinterlassenen Tieren geschehen würde. Die Queen hatte im Testament festgelegt, wer sich um die Tiere kümmert, obwohl das Dokument selbst der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

Nach Medienberichten übergingen die beiden Corgis Muick und Sandy in die Obhut von Prinz Andrew. Der 62-jährige Prinz, Sohn der verstorbenen Monarchin, übernahm die Verantwortung für die beiden Hunde. Kritiker des Königshauses deuteten dies teilweise als Versuch, das Image von Prinz Andrew aufzupolieren, doch war das primäre Ergebnis eine sichere Unterkunft für die Tiere. Prinz Andrew lebt mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson („Fergie"), die sich gemeinsam um die beiden Corgis kümmert. Sie sollen sich gut um die Hunde kümmern.

Das Schicksal der anderen Hunde war zunächst weniger klar. Die Dorgi Candy, die bereits betagt war, sowie die Cocker Spaniel Lizzie und die Corgis blieben als „Hundewaisen" zurück. Die Annahme ist jedoch, dass diese Hunde in der royalen Familie verbleiben und dort gut versorgt werden. Die Queen hinterließ eine Infrastruktur von vertrauten Angestellten und Familienmitgliedern, die für die Versorgung der Tiere sorgen.

Auch die Pferde der Queen, darunter das Lieblingspferd Emma, das bei der Trauerfeier ebenfalls zu sehen war, werden von den kompetenten Mitarbeitern der königlichen Stallungen betreut. Die Queen war eine begeisterte Reiterin und besaß und züchtete Rennpferde, die in Turnieren Erfolge erzielten. Die Versorgung der Pferde ist somit ebenfalls gewährleistet.

Andere Mitglieder der königlichen Familie und ihre Hunde

Die Liebe zu Hunden ist nicht nur auf die verstorbenen Königin beschränkt. Andere Mitglieder der königlichen Familie pflegen ebenfalls die Haltung von Hunden, was zeigt, dass dies ein kulturelles Phänomen des Königshauses ist.

Prinz William und Herzogin Kate haben sich für einen Cocker Spaniel entschieden und ihn Lupo getauft. Prinz Harry und Herzogin Meghan leben mit zwei Hunden: einem Beagle und einem Labrador. Diese Vielfalt der Rassen zeigt, dass das Königshaus nicht an eine einzige Rasse gebunden ist, obwohl der Corgi durch die Queen zur dominierenden Rasse wurde.

Auch die Geschichte des Königshauses ist von anderen Rassen geprägt. Zu den „sanften Riesen" des Königshauses gehören der Irische Wolfshund und der Scottish Deerhound. Diese Rassen wurden im Mittelalter vorwiegend zur Hirschjagd eingesetzt, einem Privileg, das dem Hochadel vorbehalten war. Für den Deerhound gab es sogar ein Haltungsverbot für Bürgerliche, was den exklaven Status dieser Tiere unterstreicht.

Zucht, Preise und der aktuelle Markt

Der Tod der Queen hatte einen unmittelbaren Einfluss auf den Markt für Corgis. Die Nachfrage stieg sprunghaft an. Laut Berichten der Plattform „Pets4Homes" erreichten die Preise für Corgi-Welpen ein neues Hoch. Innerhalb weniger Tage verdoppelten sich die Preise, wobei für einen einzelnen Welpen mehr als 2.500 Pfund verlangt wurden. Dieser Preisanstieg ist ein direkter Beleg für den „Royal Hype", der durch das mediale Interesse an der Königin ausgelöst wurde.

Trotz dieser Beliebtheit gilt der Welsh Corgi Pembroke seit 2015 als gefährdete Haustierrasse. Dies ist ein wichtiger Aspekt für Züchter und Liebhaber. Der hohe Preis ist nicht nur ein Marktphänomen, sondern reflektiert auch die Seltenheit und den Aufwand für eine verantwortungsvolle Zucht, die die Rasse am Leben erhält. Die Queen selbst züchtete über 80 Jahre lang Corgis, was die Qualität und den Status der Rasse im königlichen Kontext unterstreicht.

Fazit

Die Geschichte der Hunde der Queen ist weit mehr als eine Anekdote; sie ist ein Zeugnis der tiefen emotionalen Verbindung zwischen der Monarchin und ihren tierischen Begleitern. Von Dookie im Jahr 1933 über die vielen Namen wie Whisky, Sherry und den einzigartigen Dorgi Candy bis hin zu den letzten beiden Corgis Muick und Sandy, die die Trauerfeier begleiteten, haben diese Tiere eine zentrale Rolle im Leben der Königin gespielt. Ihr Schicksal nach dem Tod der Queen – die Übergabe an Prinz Andrew und die Pflege im Kreis der Familie – zeigt die Kontinuität der royalen Fürsorge.

Die Rasse Welsh Corgi Pembroke hat durch die Queen einen ikonischen Status erlangt, der über die Grenzen Großbritanniens hinaus reicht. Der plötzliche Hype und die Preisanstiege nach dem Tod der Monarchin belegen den kulturellen Einfluss, den diese kleinen Hunde auf die globale Wahrnehmung von Hunden ausgeübt haben. Dass die Rasse als gefährdete Haustierrasse eingestuft ist, macht die verantwortungsvolle Zucht und die Bewahrung der Rasse zu einer wichtigen Aufgabe für die Gemeinschaft der Züchter.

Die Hunde des britischen Königshauses, sei es der Corgi der Queen, der Cocker Spaniel von William und Kate oder die Jagdhunde der Vergangenheit, stellen eine lebendige Verbindung zur Geschichte und Tradition der Monarchie dar. Sie sind nicht nur Haustiere, sondern lebendige Symbole einer langen Geschichte der Tierliebe im Königshaus.

Quellen

  1. Corgis der Queen: Die Hunde der Königin im Überblick
  2. Hunderasse Corgi beliebt wie nie: Lieblingshunde Queen Elizabeth II. machen Züchter reich
  3. Die Hunde der Queen: Die englische Königin liebt Welsh Corgi Pembrokes
  4. Hund im Königshaus: Royal Rasse, Haustier
  5. Queen Elizabeth und ihre Hunde

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