Sanfte Riesen: Die 7 größten Hunderassen – Von der Deutschen Dogge bis zum Mastiff

In der Welt der Hunde gibt es eine Kategorie, die Menschen durch ihre bloße Anwesenheit beeindrucken: die großen und riesigen Rassen. Diese „Freundlichen Giganten", wie sie oft genannt werden, zeichnen sich nicht nur durch ihre immense Statur aus, sondern häufig auch durch ein überraschend sanftes Wesen. Die Geschichte der Hundezucht hat über die Jahrtausende hinweg mehr als 300 Rassen hervorgebracht, wobei Riesenrassen offiziell als Hunde mit einer Widerristhöhe von über 75 Zentimeter definiert werden. Doch Größe allein definiert einen Hund nicht vollständig. Während einige Rassen massig und schwer sind, zeichnen sich andere durch Schlankheit und Eleganz aus, bleiben aber dennoch in der Höhe beeindruckend.

Die Faszination für diese imposanten Begleiter wächst stetig. Sie wurden ursprünglich für Aufgaben gezüchtet, die Kraft und Ausdauer erforderten: den Schutz von Schafherden vor Bären, die Jagd auf Großwild wie Wildschweine oder Hirsche, und die Verwendung als Kriegshunde oder Wachhunde. Heute haben sich diese Rassen zu loyalen Familienhunden entwickelt, die trotz ihrer Kraft und Größe ein sanftmütiges Temperament besitzen. Dennoch erfordert die Haltung eines solchen Tieres viel Platz, eine konsequente Erziehung und ein Bewusstsein für die damit verbundenen höheren Kosten. Ein imposanter Hund an der Seite kann große Freude bereiten, stellt den Halter jedoch vor besondere Verantwortung.

Um den Besitzern und Interessierten eine fundierte Übersicht zu geben, folgen detaillierte Einblicke in die sieben größten Hunderassen der Welt, ihre historischen Hintergründe, physischen Daten und charakterlichen Besonderheiten.

Der deutsche und der englische Riese: Mastiff und Deutsche Dogge

Zwei der bekanntesten und größten Vertreter in der Welt der Hunde sind die Deutsche Dogge und der Englische Mastiff. Beide Rassen stehen an der Spitze der Größten, weisen jedoch unterschiedliche physische Merkmale und historische Hintergründe auf.

Die Deutsche Dogge, im englischsprachigen Raum als Great Dane bekannt, gilt als einer der größten Hunde weltweit. Sie verkörpert eine unnachahmliche Eleganz, gepaart mit Stärke und Selbstsicherheit. Historisch diente sie früher der Jagd auf Wildschweine, Hirsche und sogar Bären. Von diesem starken Jagdinstinkt ist heute jedoch nur noch wenig übrig geblieben; stattdessen gilt „Entspannen" als ihre Devise. Die durchschnittliche Schulterhöhe liegt zwischen 76 und 86 cm, das Gewicht zwischen 54 und 91 kg. Besonders hervorzuheben ist der Rekordhalter „Zeus", ein Deutscher Dogge, der mit einer Höhe von 1,12 Metern als größter Hund der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde eingegangen ist. Trotz ihrer imposanten Erscheinung sind Deutsche Doggen liebevolle und sanftmütige Tiere, die sich hervorragend als Familienhunde eignen. Sie benötigen jedoch eine sehr gute Erziehung, da sie aufgrund ihrer Größe eine erhebliche Kraft mitbringen.

Der Englische Mastiff wird oft als die absolute größte Hunderasse der Welt betrachtet, wenn man sowohl Höhe als auch Gewicht zusammenrechnet. Diese aus England stammende Rasse erreicht Schulterhöhen von bis zu 91 cm und ein Gewicht von über 100 kg. Ursprünglich als Kriegshund und Wachhund eingesetzt, ist der Mastiff heute für sein ruhiges und sanftes Temperament bekannt. Trotz seiner massiven Statur ist er ein loyaler Familienhund, der seine Menschen liebevoll beschützt. Das Durchschnittsgewicht liegt bei 68 bis 110 kg, die Größe bei 70 bis 76 cm. Obwohl er einschüchternd wirken kann, ist der Englische Mastiff tatsächlich ein „Kuschelbär", der es liebt, gestreichelt zu werden und sich einzukuscheln.

Ein Vergleich der beiden Rassen verdeutlicht die Unterschiede in ihrer Statur:

Merkmal Deutsche Dogge Englischer Mastiff
Ursprung Deutschland (auch Dänische Dogge genannt) England
Schulterhöhe 76 – 86 cm (bis 112 cm beim Rekordhalter) 70 – 76 cm (bis 91 cm)
Gewicht 54 – 91 kg 68 – 110 kg
Charakter Elegant, freundlich, entspannt Massiv, ruhig, sanftmütig, schützend
Historische Nutzung Jagd auf Wildschwein, Hirsch, Bär Kriegshund, Wachhund
Besonderheit Hoher Wachstumsrekord (Zeus) Extremes Körpergewicht

Beide Rassen erfordern konsequente Führung und ausreichend Platz, um sich wohlzufühlen. Während die Dogge eher die Höhe akzentuiert, ist der Mastiff der Meister des Gewichts. Beide sind jedoch treue Begleiter, die in der Familie eine wichtige Rolle als sanfte Wächter einnehmen.

Die eleganten Jäger: Irischer Wolfshund und Afghanischer Windhund

Nicht alle großen Hunde sind breit und robust gebaut. Es gibt Rassen, die trotz ihrer Größe eine schlankere, elegantere Statur aufweisen. Zwei herausragende Beispiele hierfür sind der Irische Wolfshund und der Afghanische Windhund.

Der Irische Wolfshund stammt aus Irland und gilt als die drahtige Version der größten Hunde. Ursprünglich als Kampf- und Jagdhund für Bären eingesetzt, hatte diese Rasse ihre Größe und Kraft auf ihrer Seite. Heute folgt dieser Hund der Deutschen Dogge auf den Fersen in Bezug auf Größe. Er erreicht eine Schulterhöhe von bis zu 95 cm und wiegt etwa 60 kg. Im Durchschnitt liegt die Größe zwischen 81 und 86 cm, das Gewicht zwischen 48 und 54 kg. Trotz seiner gewaltigen Statur ist der Irische Wolfshund von Natur aus sehr freundlich und tolerant. Er hat im wahrsten Sinne des Wortes ein großes Herz und zeigt sich als überraschend sanft und sensibel.

Der Afghanische Windhund beweist, dass eine große Hunderasse nicht immer breit sein muss. Diese elegante Rasse ist etwa 70 cm groß und wiegt im Durchschnitt 20 kg. Sie repräsentiert eine Klasse von Hunden, die in der Höhe zur Spitze gehören, aber verhältnismäßig leicht sind. Ihr Gang wird als majestätisch beschrieben. Auch hier gilt: Größe allein sagt nicht alles über das Wesen dieser Tiere aus. Während der Mastiff das Gewicht betont, steht der Windhund für eine andere Art von Größe – die der Eleganz und des langen, anmutigen Körpers.

Ein detaillierter Blick auf diese schlanke Rasse zeigt:

Merkmal Irischer Wolfshund Afghanischer Windhund
Schulterhöhe 81 – 86 cm (bis 95 cm) ca. 70 cm
Gewicht 48 – 54 kg (bis 60 kg) ca. 20 kg
Charakter Freundlich, tolerant, sanftmütig Elegant, majestätisch
Nutzung Bärenjagd, Wächter Jagd, Begleithund
Besonderheit Hoher Rasse, aber schlankere Statur Sehr schlank, länglicher Körper

Diese Rassen zeigen, dass „Riese" nicht nur Masse bedeutet, sondern auch eine beeindruckende Körperhaltung sein kann. Sie erfordern ebenfalls Platz und Erziehung, passen sich aber oft besser an Wohnungen an als die massiven Rassen, sofern der Platz es zulässt.

Die schützenden Wächter: Komondor, Cane Corso und Anatolischer Hirtenhund

Neben den reinen Jagdhunden und den eleganten Rassen gibt es eine dritte Gruppe: die großen Wächter und Herdenschutzhunde. Diese Hunde wurden speziell gezüchtet, um Herden vor Raubtieren zu schützen und sind daher extrem wachsam und schützend.

Der Komondor, ein ungarischer Herdenschutzhund, ist eine einzigartige Rasse, bekannt für sein auffälliges, zotteliges Fell, das an lange Dreadlocks erinnert. Mit einer Körpergröße von bis zu 80 cm gehört er zu den größten und robustesten Hunderassen. Sein dichtes Fell schützt ihn nicht nur vor extremen Wetterbedingungen, sondern auch vor Raubtieren. Der Komondor ist ein loyaler und mutiger Hund, der sich gut als Wachhund eignet. Allerdings erfordert die Pflege dieses speziellen Fells viel Aufmerksamkeit und Geduld.

Der Cane Corso ist ein imposanter Hund aus Italien. Mit einer Größe von bis zu 70 cm und einem muskulösen Körperbau ist er besonders loyal und schützend gegenüber seiner Familie. Diese Rasse benötigt eine klare und konsequente Führung, da er als Wachhund eine gewisse Autorität benötigt.

Zusammen mit dem Anatolischen Hirtenhund, der ebenfalls zu den größten Hunden zählt und für seine Kraft bekannt ist, bilden diese Rassen eine Kategorie der „schützenden Giganten". Sie wurden gezüchtet, um Schafsherden vor Bären zu schützen. Obwohl sie im Anschein nach nichts mit niedlichen Schoßhündchen gemein haben, ist ihr Wesen meist sanftmütig und freundlich, sobald sie ihre Familie nicht bedroht sehen.

Der Retter der Berge: Der Sankt Bernhard

Der Sankt Bernhard nimmt in der Liste der größten Hunde eine besondere Position ein. Er ist ein wahrer Retter, nicht nur aufgrund seiner Größe. Die Geschichte dieser Rasse ist eng mit der Rettungsarbeit in den Alpen verbunden, wo er verirrte Reisende aufspürte.

Statistisch betrachtet hat der Sankt Bernhard eine durchschnittliche Größe von 65 bis 90 cm und ein Gewicht von 59 bis 90 kg. Er besitzt ein Herz voller Liebe und ist bekannt für seine sanfte Art. Als Familienhund ist er ein treuer Begleiter, der jedoch durch seine Masse eine gewisse Vorsicht in der Erziehung erfordert.

Ein Vergleich der „Schützer" zeigt die Vielfalt innerhalb der großen Rassen:

Rasse Herkunft Hauptzweck Besonderheit
Komondor Ungarn Herdenschutz Dichtes, dreadlock-artiges Fell
Cane Corso Italien Wächter Muskulös, loyal, benötigt klare Führung
Sankt Bernhard Schweiz/Österreich Rettungshund Bekannt für Bergrettung, sanftmütig
Anatolischer Hirtenhund Türkei Herdenschutz Stark, wachsam, kräftig

Verantwortung und Haltung von Riesenhunden

Ein imposanter Hund an der Seite kann große Freude bereiten, bedeutet jedoch auch mehr Verantwortung. Die Entscheidung für einen der größten Hunde sollte daher vorab gründlich abgewogen werden.

Geeignete Haltung erfordert: - Ausreichend Platz: Große Hunde benötigen Raum zum Bewegen und Ausdauern. - Konsequente Erziehung: Aufgrund ihrer Kraft muss eine klare Führung gewährleistet sein. - Gesundheit und Ernährung: Die Fütterung muss auf das hohe Gewicht und die Wachstumsphase abgestimmt sein, um Gelenkproblemen vorzubeugen. - Sozialisierung: Frühzeitige Sozialisierung ist entscheidend, damit der sanfte Charakter zum Tragen kommt und keine Aggressionen entstehen.

Obwohl diese Hunde oft als „Freundliche Giganten" beschrieben werden, ist ihr Schutzinstinkt stark ausgeprägt. Sie sind loyale und sanfte Begleiter, die ihre Menschen liebevoll beschützen. Die Pflege muss der Rasse angepasst sein; beim Komondor bedeutet dies das Kammeln des Fells, beim Mastiff die Kontrolle des Gewichtes.

Fazit

Die größten Hunderassen der Welt beeindrucken nicht nur durch ihre schiere Größe, sondern vor allem durch ihre besonderen Charaktereigenschaften. Vom eleganten Afghanischen Windhund bis zum massiven Englischen Mastiff zeigt sich, dass Größe in der Hundewelt viele Gesichter hat. Manche Rassen wie die Deutsche Dogge oder der Mastiff sind für ihre immense Masse bekannt, andere wie der Irische Wolfshund zeichnen sich durch Höhe und Schlankheit aus. Ein gemeinsames Merkmal fast aller dieser Rassen ist ein freundliches, sanftes und loyales Wesen, das sie trotz ihrer imposanten Erscheinung zu hervorragenden Familienhunden macht.

Die Haltung dieser Tiere erfordert jedoch mehr Verantwortung, Platz und Erziehung als bei kleineren Rassen. Wer sich für einen dieser Riesen entscheidet, muss bereit sein, die damit verbundenen Kosten und den Pflegeaufwand zu tragen. Die Geschichte der Zucht hat bewiesen, dass diese Hunde oft als Jäger, Krieger oder Retter eingesetzt wurden, heute aber als liebevolle Begleiter fungieren. Sie sind ein Zeichen von Kraft und Eleganz, die in der Lage sind, Menschen durch ihre Größe zu beschützen und durch ihr Wesen zu verwöhnen.

Die Wahl eines dieser Hunde ist eine Entscheidung für einen treuen Freund, der mit seiner Präsenz besticht. Ob zur Jagd auf Bären, zum Schutz von Herden oder als Bergretter – diese Rassen haben sich einen festen Platz in unseren Herzen erobert.

Quellen

  1. Die 7 größten Hunderassen aller Zeiten - Just Russel
  2. Die größte Hunderasse der Welt - Annimally
  3. Größter Hund der Welt – neun riesenhafte Hunderassen im Kurzporträt - Fressnapf
  4. Freundliche Giganten: Das sind die größten Hunderassen der Welt - Web.de
  5. Die 9 größten Hunderassen der Welt - Edgar Cooper

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