Die Zucht des Kennels Anything Goes widmet sich der Aufzucht von Parson Russell Terriern, die als wahre Allrounder konzipiert sind. Das Ziel ist die Schaffung von Hunden, die sowohl in privaten Familien als auch im anspruchsvollen jagdlichen Einsatz als fröhliche und unkomplizierte Gefährten agieren. Diese Hunde zeichnen sich durch eine wesensfeste, typvolle und arbeitsfreudige Natur aus, wobei eine eher lebhafte Ausprägung im Vordergrund steht. Die Zuchtphilosophie basiert auf der Überzeugung, dass ein Parson Russell Terrier in allen Lebensbereichen bestehen muss, was sich im Namen des Kennels widerspiegelt.
Die Philosophie hinter Anything Goes
Der Name des Kennels ist eine bewusste Referenz an den Wissenschaftstheoretiker und Philosophen Paul Feyerabend. In dessen Werk wird "Anything Goes" nicht als Aufforderung zur Beliebigkeit, sondern als Ermunterung verstanden, etablierten Machtansprüchen und starren Theorien mit einer gesunden Skepsis zu begegnen. Feyerabend, ein studierter Physiker, agierte auf der Basis der Rationalität und vertrat die Ansicht, dass eine rein empirische Theorie niemals dazu führen darf, ergänzende Ansätze auszuschließen.
Diese philosophische Herangehensweise wird direkt auf die Hundezucht übertragen. Ein Ausschluss von Alternativen würde die Welt verengen und in Sackgassen führen, was als unwissenschaftliches Denken eingestuft wird. In Anlehnung an die Allgemeine Systemtheorie wird das Prinzip "Unity through Diversity" – eine Einheit der Vielfalt – verfolgt. Dies bedeutet für die Zucht, dass der Parson Russell Terrier als intelligenter, leicht zu führender Gebrauchshund mit einer ausgeprägten jagdlichen Passion in Kontinentaleuropa etabliert werden soll. Damit setzt sich das Kennel gegen verhängnisvolle Modetendenzen innerhalb der Rasse ein und positioniert den Hund als "big dog in small package", der durch hohe Intelligenz und bestechende Leistungen überzeugt.
Rassetypische Merkmale und psychologische Anforderungen
Der Parson Russell Terrier ist eine spezifische englische, klassische Arbeitsterrierrasse. Die genetische Disposition dieser Hunde umfasst eine Reihe von Eigenschaften, die im Idealfall in einem harmonischen Gleichgewicht stehen.
- Lebhaftigkeit: Die Hunde zeichnen sich durch eine hohe Energie aus, die sie in jeder Situation einbringen.
- Selbstständigkeit: Ein hohes Maß an Eigeninitiative ist charakteristisch, was die Hunde in ihrer Arbeit effizient macht.
- Beharrlichkeit: Die Fähigkeit, an einer Aufgabe festzuhalten, ist ein Kernmerkmal der Rasse.
- Hohe Intelligenz: Die geistige Auffassungsgabe ist überdurchschnittlich, was eine schnelle Lernfähigkeit ermöglicht.
- Unerschöpflicher Einfallsreichtum: Die Hunde finden kreative Lösungen für anstehende Aufgaben.
Diese Eigenschaften dürfen nicht mit Hyperaktivität, Aufmüpfigkeit oder Sturheit verwechselt werden. Wer diese Nuancen missinterprest, hat die falsche Rasse gewählt. Die Entscheidung für einen solchen Welpen ist weitreichend, da sie den Alltagsablauf der Besitzer für die nächsten 15 Jahre maßgeblich bestimmen wird.
Zuchtziele und jagdliche Anforderungen
Das primäre Zuchtziel des Kennels Anything Goes orientiert sich an einer zuverlässigen jagdlichen Einsetzbarkeit, insbesondere als Revierhelfer. Hierbei wird eine Vielzahl an spezifischen Leistungen gefordert, um den Hund als vollwertigen Gebrauchshund zu etablieren.
- Nasenleistung: Ein einwandfreies Funktionieren der Nase ist essentiell.
- Stöberarbeit: Die Fähigkeit zur Stöberarbeit muss tief im Blut der Hunde liegen.
- Fährtenarbeit: Es wird eine solide und konzentrierte Arbeit sowohl auf der Gesund- als auch auf der Wundfährte erwartet.
- Spur- und Finderwillen: Die Zucht legt Wert auf einen ausgeprägten Willen, die Spur zu halten und das Ziel zu finden.
- Wasserpassion: Eine betonenswert hohe Passion für die Arbeit im Wasser wird angestrebt.
- Verleitungsresistenz: Die Hunde sollen im Job resistent gegenüber äußeren Ablenkungen sein.
| Leistungsmerkmal | Zielsetzung des Kennels | Reale Auswirkung im Einsatz |
|---|---|---|
| Nasenleistung | Einwandfrei | Präzise Ortung des Wildes |
| Fährtenarbeit | Konzentriert | Zuverlässige Arbeit auf Gesund- und Wundfährte |
| Wasserpassion | Hoch | Einsatzfähigkeit in wasserreichen Revieren |
| Verleitungsresistenz | Hoch | Fokus auf die Aufgabe trotz Ablenkungen |
Die Bedeutung von Abrufbarkeit und Führerbezogenheit
Ein zentrales Anliegen des Kennels ist die frühe Etablierung der Abrufbarkeit und der Führerbezogenheit. Dies ist keine bloße Erziehungsmäßigkeit, sondern eine notwendige Sicherheitsmaßnahme, insbesondere bei Bewegungsjagden.
Das Training beginnt bereits in der 4. Lebenswoche. In dieser frühen Phase werden tägliche Übungen zur Futtergabe und das Reagieren auf einen Pfiff implementiert. Diese frühen Weichenstellungen dienen dazu, späteren Unbillen vorzubeugen. Ein wesentlicher Aspekt ist hierbei die Prävention von Unfällen; es wird als nicht hinnehmbar betrachtet, dass Jagdhunde im Einsatz "unter die Räder" kommen, weil die Kontrolle über den Hund fehlt.
Es ist zwingend erforderlich, dass die zukünftigen Besitzer dieses Training im neuen Zuhause konsequent fortführen. Die Verbindung zwischen Mensch und Terrier kann nur gelingen, wenn bestimmte Ingredienzien vorhanden sind:
- Humor und Gelassenheit: Da Terrier Herausforderungen stellen, sind diese Eigenschaften für die Besitzer essenziell.
- Geduld und freundliche Konsequenz: Härte ist strikt abzulehnen und hat in der Erziehung keinen Platz.
- Bewegungs- und Arbeitswille: Der Besitzer muss selbst aktiv sein, um den Hund auszulasten.
- Echte Großzügigkeit: Eine offene und großzügige Haltung gegenüber dem Hund fördert die Bindung.
Herausforderungen in der Haltung und Gefahrenquellen
Die Haltung eines Parson Russell Terriers erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Die Rasse stellt ihre Besitzer ständig vor neue Herausforderungen, da sie die Umwelt mit anderen Augen wahrnimmt.
- Impulsivität: Reize wie Jogger, Radfahrer, andere Hunde, Geräusche oder Felder können spontan den Jagdinstinkt wecken.
- Straßenverkehr: Dies stellt eine massive Gefahrenquelle dar, da selbst folgsame Hunde auf geringste Anlässe blitzschnell und impulsiv reagieren.
- Unterforderung: Ein chronisch unterforderter Hund dieser Rasse kann sich als Plage entwickeln, die die Nerven der Besitzer massiv belastet.
Besonderes Augenmerk gilt dem instinktiven Trieb zur Jagd auf Raubwild. Der Geruch eines Fuchses oder die Geräusche eines Dachses aktivieren den Hund unmittelbar. Dies führt zu spezifischen Risiken bei der Baujagd.
- Wehrhaftigkeit des Wildes: Besonders der Dachs ist extrem wehrhaft, was die Jagd gefährlich macht.
- Infrastrukturelle Risiken: In einem Bau oder einer Rohröffnung kann ein Hund schnell in Bedrängnis geraten.
- Hilfeleistung: Unter der Erde ist eine schnelle Hilfe oft unmöglich, und Bausender liefern nicht immer exakte Standorte.
- Unbekannte Terrainbeschaffenheit: Felsbaue oder Dachsburgen stellen besondere Gefahren dar.
Es wird daher dringend davor gewarnt, Hunde in Baue oder Rohröffnungen einzuschleifen, deren Verlauf, Ausmaße und Bewohnerschaft nicht exakt bekannt sind. Solche Unternehmungen sollten nur von erfahrenen Teams mit High-Tech-Ausrüstung und geeignetem Werkzeug (schnell und tief grabende Spaten) durchgeführt werden.
Welpenvergabe und Auswahlprozess
Die Vergabe von Welpen im Kennel Anything Goes erfolgt nicht nach einem simplen chronologischen Prinzip. Ein FIFO-System (First-In-First-Out) wird strikt abgelehnt. Stattdessen werden die Welpen an die Plätze vergeben, die am besten zu den Bedürfnissen und Lebensumständen des Hundes passen.
Der Auswahlprozess ist intensiv und zeitaufwendig. Da der Kauf eines Welpen den Alltag für etwa 15 Jahre bestimmt, müssen alle Familienmitglieder ohne Vorbehalt einverstanden sein. Es werden grundlegende Fragen geklärt, und der Züchter legt Wert auf eine gereifte, ehrlich informierte Entscheidung.
Um die Eignung der Umgebung zu prüfen, wird nach Möglichkeit ein Besuch des Züchters an der zukünftigen Wirkungsstätte des Hundes durchgeführt. Dies führt dazu, dass oft mehrere Wochen vergehen, bevor ein passender Welpe in Augenschein genommen werden kann. Das Loslassen der Welpen ist für den Züchter eine Herzensangelegenheit, die auf einem gewachsenen Vertrauen basiert.
Zusammenfassung der Anforderungen an Interessenten
Die Entscheidung für einen Parson Russell Terrier aus dem Kennel Anything Goes sollte erst nach einer gründlichen Auseinandersetzung mit der Rasse getroffen werden. Die Empfehlung des Züchters ist die Lektüre von Fachliteratur, um die tatsächlichen Anforderungen zu verstehen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Interessenten müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Vorbereitung auf die spezifischen Rassemerkmale.
- Bereitschaft zur konsequenten Fortführung des frühen Trainings (Abrufbarkeit).
- Fähigkeit zur freundlichen Konsequenz ohne Härte.
- Vorhandensein von Bewegungs- und Arbeitswillen.
- Verständnis für die jagdlichen Instinkte und die damit verbundenen Risiken.